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Es begann fast wie immer. Freitagnachmittag, eigentlich fast Wochenende, ein Anruf.
Die Ehefrau eines Maklers, die meine Telefonnummer von einem Netzwerkpartner erhalten hatte, mit dem wir vertrauensvoll als Problemlöser langjährig zusammenarbeiten. Verständlich, wie sich später herausstellen sollte, eine Frau emotional aufgelöst.

Der Makler im Pflegebett

Im Laufe des Gesprächs wurde die ganze Tragweite deutlich. Ein langjährig tätiger Makler, inzwischen die Altersgrenze von achtzig Jahren weit überschritten, hatte bis vor Kurzem noch Kunden beraten und – wie die Ehefrau stolz berichtete – fleißig weiter Weiterbildungszeiten gesammelt. Dann ging es Schlag auf Schlag. Die Gesundheit verschlechterte sich drastisch und die Ärzte stellten zur Pflegebedürftigkeit auch noch eine fortschreitende Alzheimer- Erkrankung fest.

Der @AssekuranzDoc

Dr. Peter Schmidt ist Experte Personenversicherungen und Unternehmensberater im Bereich Versicherungen, Vertriebe und Makler mit langjähriger Erfahrung als Führungskraft und Vorstand bei deutschen Versicherern und twittert als @AssekuranzDoc.

Man kann sich leicht vorstellen, dass der Verlust von geistigen Fähigkeiten für die Tätigkeit als Vermittler und Makler wesentlich einschränkend wirkt, wenn dieser sich weder ans Passwort des Laptops oder an Produktdetails erinnern kann. So war das auch in diesem Fall. Die Ehefrau hatte partiell Einblick in die Geschäfte des Ehemannes, aber eben nur partiell.

Die Alzheimer-Erkrankung hatte inzwischen dazu geführt, dass die auch betagte Ehefrau als gerichtlich bestimmte Betreuerin eingesetzt war. Auf die Grenzen dieser Vollmachten komme ich später noch einmal zurück. Erwachsene Menschen, die auf Grund einer Erkrankung nicht mehr in der Lage sind, den Alltag zu bewältigen, brauchen Betreuung.
Dies gilt vor allem für die rechtlichen Dinge. Das Betreuungsgericht stellt einen Betreuer und definiert den Umfang der Betreuung.

Dabei hatte diese Familie durchaus an eine solche Situation gedacht. Beide hatten sich gegenseitig in einer Vorsorgevollmacht bedacht und gefühlt alles geregelt. Dem ist aber nicht so. Ein Unternehmer sollte neben der Vorsorgevollmacht auch eine Patient- und Betreuungsverfügung und sowie eine Unternehmervollmacht erstellen (lassen).

Verfügungen für die Firma

Alle Selbständigen und Unternehmer haben die gleichen zusätzlichen Herausforderungen über den privaten Bereich hinaus. Wenn man durch Unfall, Krankheit oder Tod nicht mehr selbst bestimmen kann, dann können eben auch keine Rechnungen mehr bezahlt werden, Aufträge und Beratungen bleiben liegen und offene Rechnungen können nicht beanstandet werden. So geht es Vermittlern auch. Im Todesfall erlischt oftmals auch der Maklervertrag und der Anspruch auf Bestandscourtagen. Das kann im Extremfall sogar noch zur Insolvenz des Unternehmens führen.

In welcher Form auch immer, ob als Unternehmertestament oder geschäftliche Generalvollmacht: für die geschilderten Situationen muss der Unternehmer an die notwendige Weiterführung des Unternehmens, die Vergabe von Kompetenzen und die Anordnung von notwendigen Schritten bis zum Verkauf des Unternehmens denken!
Und dabei geht es in unserer Fachbroschüre um „Nachfolge - gewusst wie“.

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Besonders bei Vermittlerbetrieben sind diese Vollmachten an Personen zu geben, die in der Lage sind, die Firme weiterzuführen oder sachkundig über ein Verkaufsmodell im Sinne der Erben zu denken. Fehlt so eine schriftliche Willenserklärung, dann wird von Gericht ein Betreuer eingesetzt, der im Zweifel von Courtagen, Maklerhaftung oder Versicherungs- und Finanzprodukten wenig versteht.

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