Allein die MiFID II mit zwanzigtausend Seiten Umfang und hunderten Tonnen von Papier, die Fondsgesellschaften an ihre Kunden versendet haben, zeigen einen Teil der Folgen für die Branche. Und wie finden das die Kunden? Nach Marktuntersuchungen sollen sich 62 Prozent der Kunden von den übergebenen Informationen überfordert fühlen und über siebzig Prozent wünschen sich, auf diese Art der Aufklärung verzichten zu können.

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Kommt noch mehr Regulierung?

Das Vermittlerbarometer des AfW-Bundesverbandes fragt seit Jahren die Zufriedenheit mit der Regulierungspraxis ab. Bis auf die Makler, die auch eine Registrierung als §34h-Vermittler haben, hat sich die kritische Sicht der Befragten seit 2016 immer mehr vertieft. Nur noch jeder zweite bis dritte – je nach angegebener Registrierungsform – findet die Regulierung noch positiv oder sehr positiv.

Der @AssekuranzDoc

Dr. Peter Schmidt ist Experte Personenversicherungen und Unternehmensberater im Bereich Versicherungen, Vertriebe und Makler mit langjähriger Erfahrung als Führungskraft und Vorstand bei deutschen Versicherern und twittert als @AssekuranzDoc.

Wenn nun doch noch die – für Finanzmakler kostspielige – Aufsicht durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) kommt, werden wohl noch mehr Makler mit Zulassung nach §34f der GewO die Segel streichen. In der AfW-Befragung aus 2020 bekundeten 41 Prozent der Befragten, dass sie bei einer möglichen BaFin-Aufsicht für die als §34f GewO registrierten Vermittler und Vermittlerinnen die Erlaubnis zurückgeben wollen. Das ist aus Sicht einer zusätzlichen Belastung zwischen 1.000 und 5.000 Euro pro Jahr für die „Beaufsichtigung“ für Gelegenheitsvermittler kein Wunder.

Nun könnte man fragen, ob diese Vermittler, die die Erlaubnis zur Vermittlung von Finanzanlageprodukten zurückgeben wollen, dann zu den Anbietern von Haftungsdächern strömen? Aber auch dies scheint nicht der Fall zu sein. 32 Prozent der Befragten wollen die Vermittlung von Finanzanlagen vollständig aufgeben. Jeder Fünfte will nur noch als Tippgeber arbeiten.

Verbraucher werden die Leidtragenden sein

Die Folgen für eine breite Masse der Kunden sind bei einem Verlust ihrer Ansprechpartner beim Vermögensaufbau abzusehen. Dass spüren auch die Vermittler, die sowieso ihre berufliche Zukunft kritisch bis negativ sehen. Der überstandene Wahlkampf sowie die Ergebnisse der Bundestagswahl werden kaum zu einer Aufhellung der Stimmung beitragen. Bereits vorher haben sich nur 46 Prozent der Vermittler positiv über die geschäftliche Perspektive in nächsten drei Jahren geäußert.

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Was wird nun mit den Portfolien der Kunden, wenn ein Versicherungs- und Finanzmakler keine Finanzanlageprodukte mehr beraten und verkaufen kann oder will? Diese Bestände – damit sind die entsprechenden Vertragsverhältnisse zu Kunden und Produktanbietern gemeint - können unter „bestimmten Voraussetzungen“ an spezialisierte Makler oder Maklerpools verkauft werden. In der Regel wird man hier auf einen Asset-Deal zurückgreifen.

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