Um zu verstehen, wo sich nachhaltige Kunde tummeln, sollten wir uns mit der Internetnutzung – insbesondere des Smartphones - beschäftigen. 92 Prozent der deutschen Haushalte befriedigen regelmäßig ihre Informationsbedürfnisse im Internet. Die meisten Inhalte werden auf den relevanten sozialen Netzwerken konsumiert. Beispielsweise schafft es Instagram mit 65 Prozent wöchentlicher Nutzung bei den 14- bis 29-Jährigen auf die Poleposition der jüngsten Zielgruppe.

Nachhaltige Themen wie Politik, Geschlechtergerechtigkeit, Bildung, Gesundheit und Ernährung sind weit verbreitetet in den sozialen Netzwerken und für die genannte Altersgruppe von entscheidender Bedeutung. Schaut man sich auf Instagram-Kanäle für nachhaltige Themen wie „Fridays for Future Deutschland“ (500k), „Greenpeace Deutschland“ (360k) und „Ecosia“ (395k) um und vergleicht diese mit großen deutschen Versicherern wie „Allianz Deutschland“ (82,3k), „Ergo“ (4,4k), „HDI“ (1,7k) erkennen wir, dass Kanäle mit vermeintlich nachhaltigen Themen spannender sind als Versicherungen. Jetzt sagen bestimmt einige Personen, „der Vergleich hinkt doch“ oder „es werden Äpfel mit Birnen verglichen“ – das stimmt schon in gewisser Weise, aber wir sind der Meinung, dass „der Blick über den Tellerrand“ für die Zielgruppenansprache relevant sein kann. Um zu verstehen, welche Arten von nachhaltigen Personas es gibt, beschreiben wir in „Teil III: grüne Versicherungsprodukte – Nachhaltigkeit ist, wenn am Ende ein Baum gepflanzt wird!“ unserer Reihe.

Wie erhalten Versicherer die Aufmerksamkeit von den nachhaltig eingestellten Personen?

Die Antwort darauf hat Bill Gates bereits im Jahre 1996 gegeben: „Content is king“. Wer also das Interesse wecken möchte, sollte möglichst relevante Inhalte mit nachhaltigem Mehrwert generieren. Gleichzeitig sollte dieser Content Vertrauen in die Versicherungsmarke und -produkte schaffen. Unsere Untersuchungen haben ergeben, dass 78 Prozent unserer Befragten, die Unternehmen und Produkte unterstützen, welche auch mit den eigenen ökologischen und sozialen Wertevorstellungen in Einklang stehen. Somit wird auch von den Versicherungsgesellschaften eine Rolle in der Gesellschaft erwartet, die über das bloße Angebot von Produkten hinausgeht. Hier erscheint ein GDV-Standard für Versicherungsgesellschaften und/ oder Produktebene was Nachhaltigkeit umfasst, enorm hilfreich. Einfache, an den Kunden adressierte Indikatoren generieren „automatisch“ Nachhaltigkeitscontent, wenn diese bspw. auf der Homepage oder auf den Social Media-Kanälen veröffentlicht werden. Die vom GDV identifizierten Nachhaltigskeitsbereiche sind:

  • Kapitalanlage
  • Risiken
  • Produkte und Schadenregulierung
  • Transparenz, Forschung und Wissenstransfer.

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