Die durchschnittlichen Nettorenten sind von 2000 bis 2018 um insgesamt 28 Prozent gestiegen. Eine auskömmliche Rente lässt sich damit jedoch nicht erzielen, wie aktuelle Daten der Deutschen Rentenversicherung zeigen. Denn die Inflation lässt sich damit nicht auffangen. Denn für den gleichen Zeitraum steht eine Inflation von 29,9 Prozent. Es bleibt ein Nettorenten-Verlust von 1,9 Prozent.

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Doch diese Zahlen kratzen nur an der Oberfläche der eigentlichen Rentenproblematik. CDU-Politiker Friedrich Merz sagte kürzlich in dem Interview, für ihn sei die Generationengerechtigkeit die neue soziale Frage. “Wir verschieben zu große Lasten der Gegenwart auf die Schultern der nächsten Generation.“ Das müsse die CDU bald ändern. Als illusorisch bezeichnete er hingegen, dass auch künftig an der sogenannten doppelten Haltelinie festgehalten werden könne, einem Kernpunkt schwarz-roter Rentenpolitik. Man „werde den Rentenversicherungsbeitrag nicht bei 20 Prozent und das Rentenniveau gleichzeitig bei 48 Prozent halten können“, so der Politiker. Sonst müsse der Steuerzuschuss auf 200 bis 250 Milliarden Euro erhöht werden - was eine Abkehr von einer beitragsbezogenen Rente bedeuten würde.

Rentenkommission wackelt

Seit geraumer Zeit werkelt die Rentenkommission "Verlässlicher Generationenvertrag" der Bundesregierung an den Plänen für die Zukunft. Schließlich haben sich Union und SPD im Koalitionsvertrag eine grundlegende Reform der Altersvorsorge versprochen. Doch die Beteiligten sind zerstritten. Laut Zeitungsberichten drohte die Rentenkommission sogar zu scheitern. Dabei geht es doch nur darum, eine zukunftsfähige Altersvorsorge zu stricken und die bestehenden Formen um Riester und Co. aufzubrechen - ja einfacher zu machen. Dies solle insbesondere die Förderung sowie die Komplexität der Produkte betreffen.

Inzwischen haben sich verschiedene politische Lager gebildet und ihre eigenen Vorschläge zur Sicherung des Alterseinkommens positioniert. So hatte beispielsweise die FDP die Idee eines Altersvorsorge-Kontos, bei dem bis zu 100 Prozent in Aktien, Fonds und private Altersvorsorgeprodukte fließen. Anfang März hatte der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) seine „Extrarente“ als zusätzliche Altersvorsorge konkretisiert. Der Verbraucherverband möchte ein öffentlich verwaltetes Standardprodukt für einen zusätzlichen Kapitalstock zur gesetzlichen Rente schaffen. Der Ansatz solle sich bewusst gegen die privatwirtschaftlich organisierten Varianten einer kapitalgedeckten Rente wie etwa Riester, Rürup und Co. richten. Denn die Angebote der Versicherer sei schlicht zu teuer und zu ineffektiv. So zumindest auch Sicht des Verbraucherverbandes.

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Nun kommt mit dem Bund der Versicherten ein weiteres mögliches Altersvorsorge-Projekt auf den Tisch. Allerdings solle die sogenannte Basisdepot-Vorsorge nur dann greifen, falls sich die Politik dafür entscheidet, in der geförderten Altersvorsorge auf Garantien zu verzichten. „Die Basisdepot-Vorsorge ermöglicht selbstbestimmte Altersvorsorge ohne Verrentungszwang und ist damit unabhängig vom System der deutschen Lebensversicherer“, sagt Axel Kleinlein, Vorstandssprecher des BdV.