Was machst Du morgens als Erstes, wenn du ins Büro kommst?

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Amin Khoshandam: Ich mache zunächst immer einen Umweg zur Kaffeemaschine und gieße die Blumen, bevor ich den Rechner starte.

Zum Gründerteam von claimBuddy gehören neben dir auch noch Christoph und Christian. Wie habt Ihr Euch kennengelernt und wie ist die Idee zu eurem Start-up entstanden?

Während meiner Studienzeit habe ich als studentische Hilfskraft am Institut für Versicherungsbetriebslehre an der Uni Hannover gearbeitet. Christoph ist dort seit vielen Jahren als wissenschaftlicher Mitarbeiter tätig und beschäftigt sich mit Digitalisierungsthemen in der Versicherungswirtschaft. Wir haben oft darüber diskutiert und uns gefragt, warum insbesondere Versicherern die Digitalisierung so schwerfällt. Nach einem Schadenereignis in meinem privaten Umfeld und einer endlosen Wartezeit bis zur Regulierung ist mir die Idee gekommen, diesen damals noch sehr analog geführten Prozess zu beschleunigen. Dies war der Grundstein für claimBuddy. Christian kannte ich noch aus der Schulzeit. Er hat sich in seinem BWL-Studium viel mit Entrepreneurship und Start-ups beschäftigt und ich konnte ihn nach ein paar Gesprächen von claimBuddy überzeugen, sodass unser Gründerteam schnell aufgebaut war.

Mit claimBuddy digitalisiert ihr das Schadenmanagement von der Schadenmeldung bis hin zur Abwicklung. Worin besteht der Anreiz für Versicherungsunternehmen mit euch zusammenzuarbeiten? Können die traditionellen Versicherer das nicht selbst auch umsetzen?

Viele Versicherer leiden in ihren IT-Abteilungen unter einer sehr hohen Auslastung, auch bedingt durch die Komplexität ihrer Systeme. Langfristige Projekte, beispielsweise die Anwendung von maschinellem Lernen zum Aufbau einer KI, erfordern viel Knowhow, Geduld, Kapazitäten und Investitionen. Dies trifft insbesondere auf kleinere und mittelgroße Unternehmen zu. Wir haben unsere Software modular aufgebaut und dabei stets die Integrierbarkeit in die IT-Systeme der Versicherer berücksichtigt, um die IT-Abteilungen der Versicherer zu entlasten und hier Anreize gegenüber einer langwierigen Eigenentwicklung zu schaffen.

Worin bestehen die Herausforderungen bei der Integration eures Produkts in die bestehenden (oft veralteten) IT-Systeme der Versicherer?

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Eine wesentliche Herausforderung besteht in der Anbindung über entsprechende Schnittstellen. Hier findet man eher selten irgendwelche Standards, so dass teilweise individuelle Lösungen erforderlich sind. Hier haben wir unsere Produkte bewusst sehr flexibel gehalten und können bspw. sowohl „On Premise“ als auch in der Cloud unsere Lösung anbieten. Bezüglich möglicher Standards sehen wir die Entwicklung in Bezug auf die Normierung und Standardisierung von Prozessen mittels BiPRO als positiv an. Allerdings dauern die Abstimmung und dann die entsprechende Implementierung in den einzelnen Unternehmen schon sehr lange, so dass die Schnittstellenproblematik erst auf lange Sicht eine geringere Rolle spielen wird.