Der Regelfall bei MLP ist, dass ein Hochschulabsolvent ohne einschlägige Branchenkenntnisse bei uns startet. Durch eine sehr umfangreiche Qualifizierung an unserer Corporate University (CU) stellen wir dann sicher, dass jeder Berater über die notwendige Kompetenz verfügt. Dabei gehen wir übrigens deutlich über die gesetzlich vorgeschriebenen Anforderungen hinaus. Kommt jemand mit Branchenerfahrung zu uns, werden Vorkenntnisse angerechnet.

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Sie haben mit der „MLP Corporate University“ eine eigene Bildungseinrichtung gegründet, statt auf externe Einrichtungen zu setzen. Was war die Motivation dahinter? Und ist das nicht teurer, als wenn man sich die Weiterbildung einkauft?

Auf der Kostenseite sind wir mit unserer „CU“ sehr wettbewerbsfähig. Entscheidend ist aber, dass wir unseren Beratern einen deutlichen Mehrwert bieten. Eine solche Breite und Tiefe in Sachen Weiterbildung bietet meines Erachtens niemand sonst im Markt. Gleichzeitig sind die Inhalte auf MLP Berater zugeschnitten und vertrieblich ausgerichtet. Deshalb setzten wir bereits seit 20 Jahre auf eine eigene „CU“. Und wenn es sinnvoll ist, kooperieren wir natürlich mit anderen Bildungsanbietern. 



Können über die MLP University Abschlüsse erworben werden — und wie anerkannt sind diese außerhalb des MLP-Universums?

In den ersten beiden Jahren durchlaufen MLP Berater die Basisabschlüsse Financial Consultant und Senior Financial Consultant. Anschließend steht ihnen an der „CU“ eine Vielzahl von Abschlüssen offen. Neben thematischen Spezialisierungen wie Ruhestandsplaner oder Direktimmobilienvermittler können sie sogar den höchsten international anerkannten Standard für Finanzberater, den Certified Financial Planner, an der MLP Corporate University erwerben. Wichtig dabei ist, dass unsere Abschlüsse von der Foundation for International Business Administration Accreditation (FIBAA) geprüft und zertifiziert wurden. Das bedeutet, dass sie in staatlichen Studiengängen angerechnet werden können. Dies ist zum Beispiel im Bachelor- und Master-Programmen der Fall, die wir in Kooperation mit Hochschulen anbieten.


Sind aus Ihrer Sicht 15 Stunden Weiterbildung im Jahr ausreichend, um den Beraterjob gut zu erledigen? Was empfehlen Sie MLP-Beratern als Umfang? 


Der Anspruch von MLP ist, der Gesprächspartner in allen Finanzfragen zu sein. Wer in der Altersvorsorge, Praxisfinanzierung und Vermögensmanagement gleichermaßen auf dem aktuellen Stand sein will, kommt mit 15 Weiterbildungsstunden jährlich nicht hin. Bei uns ist der Anspruch, dass sich jeder Berater mindestens 30 Stunden weiterbildet. De facto waren es 2018 übrigens mehr als 70 Stunden. Das zeigt den hohen Nutzen, den unsere Weiterbildung für MLP Berater hat. Dabei hat jeder Berater bei uns ein Punktekonto, mit dem er seine Weiterbildungsaktivitäten immer im Blick hält und alle rechtlichen Anforderungen erfüllt.

Summercamps, CubeWeeks, Financial Planning Powertage sind die Veranstaltungen der MLP University betitelt. Das lässt vermuten, Sie setzen nicht auf Frontalunterricht, sondern Entertainment und Teambuilding sind ebenfalls wichtig. 


Eine gute Weiterbildung sollte Methoden- sowie Formatwechsel beinhalten und auch die Gruppe nach vorne bringen. Unser Anspruch ist, dass wir nicht nur ein breites Angebot haben – sondern auch sehr innovativ unterwegs sind. Beispielsweise sind viele Schulungen auch regional für unsere Geschäftsstellen und Hochschulteams abrufbar. Aber auch offene Formate wie Barcamps gehören zum Repertoire.


Wir mahnen immer an, dass Weiterbildungen speziell für Makler unabhängig sein sollten und nicht einfach Verkaufsschulungen. Wie sichern Sie Unabhängigkeit und Qualität der Bildungsangebote? 


Bei uns gibt es fachliche Weiterbildungen, aber natürlich auch Beratungstrainings. Die hohe Qualität stellen wir unter anderem durch speziell geschulte Dozenten und unsere Experten in der „CU“ sicher. Außerdem haben wir mehrere Zertifizierungen, bei denen wir uns einer externen Überprüfung stellen. Die FIBAA hatte ich schon erwähnt, die Akkreditierung durch das Financial Planning Standards Board für die Qualifizierung zum CFP ist ein zweites Beispiel. Und last but not least haben wir einen Wissenschaftlichen Beirat an unserer „CU“.


Immer mehr Kunden schließen online ab, manche Versicherer und Vorsorgeanbieter vermitteln ihre Produkte schon über Alexa und Künstliche Intelligenz. Wird persönliche Beratung in 30 Jahren überhaupt noch gebraucht? Und wenn ja: in welchem Umfang? 


Das Gros der Verbraucher schließt gerade mal einfachere Sach-Policen online ab. Selbst die Mehrheit der Digital Natives wünscht sich bei komplexen, existenziellen Finanzthemen eine persönliche Beratung. Das erleben wir auch in unseren Beratungsgesprächen. Deshalb besteht unser Ansatz darin, die persönliche Beratung und Digitalangebote für Berater und Kunden noch stärker im Sinne eines „intelligenten Und“ zu verknüpfen. Wenn man Digitalisierung richtig versteht, profitiert der einzelne Berater davon.

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Die Fragen stellte Mirko Wenig