Versicherungsbote: Die Vermittlerbranche hat ein Nachwuchsproblem, der Altersschnitt liegt bei fast 50 Jahren. Was macht die MLP Finanzberatung, um Nachwuchskräfte zu gewinnen? 


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Oliver Liebermann: Um junge Berater noch gezielter anzusprechen, haben wir im Jahr 2017 unser Hochschulsegment neu ausgerichtet – mit Hochschulteams an jedem relevanten Standort und einem sehr interessanten Gesamtangebot für Einsteiger. Ihnen greifen wir vor allem mit einer Weiterbildungsprämie und intensivem Coaching unter die Arme. Auch für Branchenerfahrene haben wir ein attraktives Paket geschnürt. Ihnen bieten wir eine interessante finanzielle Komponente für den Übergangszeitraum ihres Wechsels und erkennen etwaige Vorqualifikationen im Rahmen unserer Weiterbildung an. Insgesamt haben wir bei MLP einen neuen, nie dagewesenen Fokus auf dem Thema Rekrutierung.

Die „neue“ Weiterbildungspflicht — aus Ihrer Sicht ein Fluch oder Segen für die Branche? 


Ohne Weiterbildung geht es nicht, denn Berater müssen heute wachsenden Anforderungen gerecht werden. Im Markt sind viele nach der Vogel-Strauß-Taktik verfahren und haben ihre Weiterbildung kaum aktiv angepackt. Daher gehen hier die Anforderungen durch IDD definitiv in die richtige Richtung. Problem ist nur, dass der Fokus nur auf den Versicherungsthemen liegt. Bei MLP gehen die Anforderungen an eine professionelle Weiterbildung deshalb deutlich darüber hinaus.

Können Sie uns einen Einblick erlauben, wie die Situation bei Ihnen aussieht: Finden Sie ausreichend Nachwuchskräfte? Wie ist der Altersschnitt der MLP-Berater? Wir wissen von einigen Maklern, Agenturen und auch Versicherern, dass sie bereits Probleme haben qualifizierte Mitarbeiter zu gewinnen.


Nachwuchskräfte für den Beraterberuf zu finden, bleibt eine Herausforderung. Doch sehen wir, dass unsere Recruiting-Maßnahmen greifen. So konnten wir die Beraterzahl im Jahr 2018 erstmals seit 2011 steigern – und das gegen den Branchentrend. Den Zuwachs möchten wir in diesem Jahr in absoluten Zahlen nochmals übertreffen. Der Altersschnitt unserer Berater liegt mit rund 46 Jahren unter dem Branchenschnitt. Entscheidend ist für uns aber ohnehin nicht das Alter, sondern dass unsere Berater in der Lage sind, anspruchsvolle Kunden kompetent zu betreuen. Vor diesem Hintergrund wollen wir natürlich auch Branchenerfahrene gewinnen – und verzeichnen hier ein wachsendes Interesse an MLP im Markt.

…und wo suchen Sie sonst nach geeigneten Vermittlern? Gehen Sie in die Universitäten, in die Schulen? Sind Sie auf Social-Media-Kanälen präsent etc.? 


MLP bietet seit jeher an Hochschulstandorten Seminare zur Finanz- und Karrierethemen an. Dies ist ein zentraler Kanal, über den wir sowohl Kunden als auch Berater gewinnen. Daneben arbeiten wir mit in der Branche erfahrenen Personalvermittlern zusammen und betreiben Active Sourcing in Online-Karrierenetzwerken, indem wir interessante Kandidaten aktiv auf Seiten wie LinkedIn oder Xing ansprechen. Interessenten bringen wir den Arbeitsalltag junger Berater außerdem mit dem Social Media-Angebot „MLP Live“ näher, das wir auf Instagram und Facebook betreiben. Ganz wichtig bleibt natürlich auch die persönliche Empfehlung über unsere Berater.


Umfragen zeigen, dass Absolventen von Hochschulen das schlechte Image der Vermittler-Branche fürchten und deshalb sich nach einem anderen Arbeitgeber umsehen. Hat die Branche da auch einen Anteil daran? Und was kann gegen das Image des Vermittlers als Klinkenputzer getan werden?


Das Berufsbild hat in der Tat mit vielen Vorurteilen zu kämpfen – und zum Teil sind die Probleme im Markt auch hausgemacht. Gibt es doch immer noch Vermittler, die ihre Beratung stark vom Produkt her aufbauen und nicht die individuelle Kundensituation als Ausgangspunkt haben. Ich bin überzeugt: Die Spreu trennt sich im Markt immer weiter vom Weizen. Profitieren werden Qualitätsanbieter wie MLP – und das stärkt wiederum das Berufsbild des Finanzberaters.

Ein weiterer Grund, weshalb für viele junge Menschen eine Tätigkeit als Vermittler unattraktiv erscheint, speziell für Frauen: eine vermeintlich schlechte Work-Life-Balance. Unregelmäßige Arbeitszeiten, hoher Erfolgsdruck, lange Wege zum Kunden oder zur Kundin. Begründet?

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Nein. Eine ausgeglichene Work-Life-Balance erreichen gerade Finanzberaterinnen und -berater – dies vor allem durch die Flexibilität, die ihnen die Selbstständigkeit bietet, und mit einem starken Partner an ihrer Seite, der sie vielfältig entlastet. Wir haben im Rahmen der Digitalisierung von MLP konsequent darauf hingearbeitet, die Tätigkeit des MLP-Beraters zunehmend unabhängig von Ort und Zeit zu machen. Unser ausgebautes Angebot für Kunden umfasst Online-Gespräche mit MLP-Beratern bei gleichzeitigem Zugriff auf vielfältige digitale Hilfsmittel in einer einzigen Anwendung. Der Beraterberuf lässt sich also auch sehr gut mit einer eigenen Familie vereinbaren. In unseren aktuellen Beraterjahrgängen liegt der Frauenanteil mit mehr als 30 Prozent deutlich über den historischen Werten.