Der größte private Krankenversicherer auf dem deutschen Markt hieß zum Stichtag 31.12.2016 unangefochten Debeka. Das Koblenzer Unternehmen konnte 14,71 Prozent aller verdienten Brutto-Beiträge des Jahres auf sich vereinen und damit seine Spitzenposition aus dem Vorjahr behaupten, wenn man auch 0,01 Prozentpunkte an Marktanteilen verlor. Das geht aus der BaFin-Erstversicherungsstatistik 2016 hervor, vorgelegt von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht vor wenigen Wochen.

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Anders als in der Sparte Lebensversicherung, wo die Allianz als Spitzenreiter den Zweitplatzierten um satte 15 Prozentpunkte distanzieren kann (der Versicherungsbote berichtete), geht es bei den Krankenversicherern jedoch enger zu. So ist die DKV Deutsche Krankenversicherung der Debeka dicht auf den Fersen und platziert sich auf Rang Zwei der größten Privatversicherer. 12,72 Prozent Marktanteil vereinte die DKV 2016 auf sich. Dabei mussten die Kölner aber auch leichte Verluste gegenüber dem Vorjahr verkraften: ihre Marktmacht sank um 0,05 Prozentpunkte.

Marktanteile in der privaten Krankenversicherung 2016 und 2015 nach verdienten Bruttobeiträgen. Quelle: BaFin-Erstversicherungsstatistik

Allein die Axa kann in den Top 5 Marktanteile hinzugewinnen

Drittgrößter Krankenversicherer war die Allianz Kranken mit einem Marktanteil von 8,83 Prozent. Die Tochter von Europas größtem Versicherer musste ebenfalls leichte Verluste einstecken: um 0,05 Prozentpunkte gingen die Marktanteile zurück. Darauf folgt die Axa mit 7,74 Prozent. Die Axa ist auch der einzige Krankenversicherer in den Top 5, die Marktanteile hinzugewinnen konnten: wenn auch nur um 0,14 Prozentpunkte.

Dahinter platzieren sich die Signal auf Rang fünf (5,51 Prozent), die Central (5,20), die Barmenia (4,32), Continentale (4,28), Bayerische Beamtenversicherung (4,22) und HUK-Coburg (3,33 Prozent). In dieser Gruppe sticht die Continentale hervor, die ordentlich hinzugewinnen konnte: sie steigerte ihren Marktanteil von 3,98 Prozent auf 4,28 Prozent. Dies kann auch darauf zurückzuführen sein, dass die frühere Mannheimer Kranken im August mit dem Konzern verschmolzen wurde. Auch bei der HUK steht ein Plus von 0,19 Prozentpunkten.

Insgesamt stiegen die Brutto-Prämieneinnahmen der privaten Krankenversicherer von 36,7 Milliarden Euro im Jahr 2015 auf 37,18 Milliarden Euro in 2016. Damit ist dieser Bereich weniger ertragreich als die Lebensversicherung (85,93 Milliarden Euro Bruttobeiträge) sowie die Schaden-/ Unfallsparte (76,504 Milliarden). Die Rückversicherer erzielten 59,51 Milliarden Euro an Beiträgen und die Pensionsfonds 2,7 Milliarden.

Die Statistik weist nicht nur das Beitragsvolumen von Krankenvollversicherungen aus, sondern auch das Geschäft mit Krankenzusatzversicherungen. Zu beachten gilt, dass Auslandstöchter nicht in die Statistik eingeflossen sind, sondern nur das über Niederlassungen und freien Dienstleistungsverkehr abgeschlossene Versicherungsgeschäft im Ausland der deutschen Gesellschaften. Dieses Auslandsgeschäft ist aber mit Prämieneinnahmen von insgesamt 45.000 Euro in 2016 marginal.