Privatversicherte haben das Recht, jederzeit in andere Tarife ihrer Versicherungsgesellschaft zu wechseln (§204 VVG). Dadurch können Kunden gegebenenfalls beim Beitrag ihrer Privaten Krankenversicherung sparen. Der Wechsel ist kostenlos. Zudem können Versicherte erworbene Rechte und Altersrückstellungen mitnehmen. Allerdings können Versicherer Leistungen ausschließen oder einen Risikozuschlag verlangen. Dies kann passieren, wenn der neue Tarif bessere Leistungen als der bisherige Tarif besitzt.

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Da sich die Versicherungsgesellschaften mit der Durchführung in der Vergangenheit oftmals schwer taten, hatte der PKV-Verband im Januar 2016 Leitlinien für die Praxis erarbeitet. Diese wurden in den „Kriterien einer guten Praxis des Tarifwechselrechts“ niedergeschrieben. Damit sollte unter anderem gewährleistet werden, dass Tarifwechsel-Anfragen innerhalb von 15 Arbeitstagen beantwortet werden sollen. Zudem sollten Versicherte fair beraten werden.

BdV: Leitlinien zum PKV-Tarifwechsel werden nicht erfüllt

Diesen Leitlinien haben sich folgende Versicherer unterworfen: Allianz, Alte Oldenburger, Arag, Axa, Barmenia, Versicherungskammer Bayern, Concordia, Debeka, Devk, DKV, Gothaer, Hallesche, Huk-Coburg, Inter, LVM, Mecklenburgische, Nürnberger, Versicherer im Raum der Kirchen, VGH, R+V, Signal Iduna, SDK, UKV und Württembergische.

Doch offenbar halten sich einige Gesellschaften nicht an diese Leitlinien. „Der Tarifwechsel erfolgt bei einigen Gesellschaften meist nur schleppend. Verbraucher müssen oft wochenlang auf Angebote warten“, moniert BdV-Pressesprecherin Bianca Boss. Demnach hätten die Verbraucherschützer in den vergangenen Monaten vermehrt negative Rückmeldungen erhalten. So hätten Versicherte insbesondere die Zeiten bemängelt in denen die Anfragen bearbeitet würden. Überdies würden die Beratungen den selbst gesteckten Zielen nicht genügen. Hier würden Kunden meist mit einer Flut an Informationen vom Versicherer zugeschüttet.

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„Leider werden die Versicherer ihren eigenen Vorgaben regelmäßig nicht gerecht – zu Lasten der Versicherten, die viel zu lange auf konkrete Tarifwechselangebote warten und in dieser Zeit weiterhin höhere Beiträge ihres alten Tarifs zahlen müssen“, erklärt BdV-Pressesprecherin Boss.