Im vergangenen Jahr hatte die Ergo laut über den Verkauf ihrer beiden Konzerntöchter Ergo Leben und Victoria Leben an einen externen Investor nachgedacht. Im Gepäck waren immerhin sechs Millionen Leben-Policen. Ende November 2017 beendete die Munich-Re-Tochter das Kapitel Verkauf. Der Versicherer fürchtete einen massiven Image-Schaden. An guten Angeboten für das Portfolio soll es hingegen nicht gemangelt haben. Diese seien aus der Ecke der professionellen Bestands-Abwickler gekommen.

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Leben-Verkauf müsse Kundenzufriedenheit garantieren

Während Ergo inzwischen an einer eigenen Run-Off-Plattform für Lebensversicherer bastelt, ist das Thema bei der Generali noch lange nicht abgehakt. Der Versicherer denkt offenbar sehr intensiv über einen Verkauf der klassischen Lebensversicherungen der Generali Leben an eine externe Gesellschaft nach. Erst kürzlich hatte sich Deutschland-Chef Giovanni Liverani zu den etwaigen Verkaufsplänen geäußert: „Wenn dies durch eine Partnerschaft mit einem professionellen Anbieter geschieht, dem wir unser Portfolio übergeben können und der die volle Kundenzufriedenheit garantieren kann, sehe ich da kein Problem.“

Die Generali Leben zählt in Deutschland zu den größten Lebensversicherern mit Brutto-Beitragseinnahmen von 3,6 Milliarden Euro. Doch im Bestand befinden sich viele Garantiezins-Verträge, für die Versicherer mehr Eigenmittel zurückhalten müssen. „Die aktuelle Situation bindet eine Menge Kapital. Mit der Entscheidung für einen Run-off wird dieses Kapital freigesetzt, und es wird in Deutschland reinvestiert“, hatte Generali-Chef Philippe Donnet hierzu erklärt.

Inzwischen hat die Generali Leben das Neugeschäft eingestellt. Künftig werden in Deutschland nur noch Leben-Produkte der AachenMünchener an den Mann oder die Frau gebracht. Diese sollen dann voraussichtlich unter neuer Flagge laufen. Schließlich wolle sich der Konzern künftig nur auf eine Kernmarke konzentrieren.

Run-Off-Experten schielen auf Generali Leben

Für den Leben-Bestand der Generali seien nun erste Angebote herangeflattert, berichtet die Nachrichtenagentur "Bloomberg". Demnach hätten, die auf die Abwicklung von Versicherern spezialisierten Unternehmen, Athene mit Sitz in Bermuda und die Viridium Group aus Neu-Isenburg verbindliche Angebote abgegeben.

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Auch die Frankfurter Leben-Gruppe, die im Januar 2018 den Bestand der Pro bAV Pensionskasse AG von der Axa gekauft hatte, solle eine Offerte hinterlegt haben. Das berichtet das Fachportal "Versicherungsmonitor". Der Wert des Bestandes werde laut der Nachrichtenagentur "Bloomberg" auf rund eine Milliarde Dollar taxiert.