In Plasbergs Sendung wurde nicht nur spekuliert, ob einigen Versicherern ein baldiger Crash drohe und sie ihre Garantiezusagen an die Kunden bald nicht mehr bedienen könnten. ARD-Börsenexpertin Anja Kohl riet in der Sendung auch explizit davon ab, einen Leben-Neuvertrag abzuschließen. "Unterm Strich lohnt es sich heute in der Regel nicht mehr, Lebensversicherungen abzuschließen, aber alte Verträge von vor 2005 rentieren sich durchaus noch und sollten nicht einfach gekündigt werden“, sagte Kohl in der Sendung (der Versicherungsbote berichtete).

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IndexSelect: Allianz korrigierte Rentenfaktor nach unten

In der letzten Woche sorgte die Allianz Leben jedoch selbst für Schlagzeilen. Grund ist, dass der Versicherer den Rentenfaktor bei fondsgebundenen Rentenversicherungen des Produktes Index Select gesenkt hatte: Rund 700.000 Kunden sind nach Informationen der "Wirtschaftswoche" davon betroffen. Der Rentenfaktor ist jener Faktor, mit der das angesparte Kapital zu Beginn der Auszahlungsphase in eine Rente umgerechnet wird: Die Allianz hatte also die Renten teils deutlich gesenkt (der Versicherungsbote berichtete).

Hier stellt sich die Frage, ob und unter welchen Voraussetzungen die Versicherer die Rentenfaktor nach unten korrigieren dürfen. Kritiker wie Rechtsanwalt Knut Pilz von der Kanzlei Pilz, Wesser & Partner sehen darin, abhängig vom Einzelfall, eine einseitige Vertragsanpassung des Versicherers zulasten des Kunden, die rechtswidrig sein könnte. Auch die Verbraucherzentralen bewerten den Vorgang kritisch. Aktuell sind vor deutschen Gerichten mehrere Rechtsstreite aufgrund des Rentenfaktors anhängig.

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Die Allianz betont hingegen, dass sie den Rentenfaktor korrekt anpasste: Ein unabhängiger Treuhänder habe darüber gewacht, auch habe die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) den Schritt genehmigt. Beim Rentenmodell „Indexselect“ wird demnach für die Umrechnung von Kapital in eine Monatsrente nicht mehr der Rechnungszins von 2,75 oder 2,25 Prozent zugrunde gelegt, so wie das ursprünglich vorgesehen war, sondern nur noch von 1,75 Prozent.

Allianz Makler Magazin