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Umfrage

Kfz-Versicherung: Verkehrsanwälte klagen über schlechteres Regulierungsverhalten

Nur nicht ins Schlingern kommen: Verkehrsanwälte klagen, dass sich die Schadenregulierung der Kfz-Versicherer verschlechtert habe (Symbolbild).Geralt@Pixabay.com

Verkehrsanwälte klagen laut einer forsa-Umfrage darüber, dass sich die Regulierung von Kfz-Haftpflichtschäden in den letzten Jahre verschlechtert habe. Als Problemversicherer wird besonders häufig der Marktführer HUK-Coburg genannt. Doch das kann auch schlicht an der Masse der Verträge liegen, die der Versicherer in dieser Sparte hält. Die HUK weist die Vorwürfe zurück. Am wenigsten Beschwerden haben hingegen die Gothaer, AachenMünchener und Generali.

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Die Kfz-Haftpflichtversicherer regulieren nach Ansicht von Verkehrsanwälten Haftpflichtschäden weniger zuverlässig als noch vor fünf Jahren. 72 Prozent von 1.072 befragten Anwälten sagten laut einer Forsa-Umfrage, dass sich das Regulierungsverhalten in den letzten fünf Jahren verschlechtert habe, für mehr als jeden Zweiten (52 Prozent) sogar deutlich verschlechtert. Geklagt wird unter anderem über längere Bearbeitungszeiten und zu Unrecht abgewiesene Leistungen. Über die Studie berichtet das Magazin „Stern“ in seiner am Donnerstag erscheinenden Ausgabe.

HUK-Coburg größter Problemversicherer vor VHV und Allianz, aber...

Bei der Studie fällt eine Tendenz auf: Über Versicherer mit vielen Kfz-Verträgen wird auch häufig geklagt. So sagten 68 Prozent der befragten Anwälte, dass es beim Marktführer HUK-Coburg „häufig“ Probleme bei der Regulierung von Haftpflichtschäden gebe. Mit über 11,2 Millionen Verträgen ist die HUK klare Nummer Eins in der Autoversicherung.

Auf der Rangliste der größten Problemversicherer folgt die VHV mit 46 Prozent der Antworten und die Allianz mit 44 Prozent. Während die VHV nach der Zahl der Verträge die Nummer drei auf dem deutschen Markt ist (nach eigenen Angaben 6,03 Millionen Policen zum Jahresende 2016), ist die Allianz mit 8,3 Millionen Policen zweitgrößter deutscher Autoversicherer. Auf die drei Gesellschaften mit den meisten Nennungen in der Umfrage entfallen mehr als die Hälfte aller zugelassenen PKW in Deutschland (45,8 Millionen laut Kraftfahrtbundesamt).

Folglich warnt auch der „Stern“, bei der Interpretation der Zahlen sei zu berücksichtigen, dass es bei einer großen Zahl von Versicherungsverträgen auch ein weit höheres Streitpotential gibt, die Aussagen also mit Vorsicht zu genießen. Und auch die HUK wehrt sich gegen die Aussage, sie erzeuge mehr Probleme in der Schadenregulierung als andere Anbieter:

„Unsere Kunden beschweren sich seltener als marktüblich und wir führen seltener Prozesse mit Kunden oder Anspruchstellern“, sagte ein HUK-Unternehmenssprecher dem „Stern“, ohne konkrete Zahlen zu nennen. Die anderen beiden Versicherer hätten eine Stellungnahme verweigert.

Gothaer und AachenMünchener mit den wenigsten Beschwerden

Aber es gab auch Kfz-Versicherer unter den 20 größten Anbietern, die den Anwälten deutlich weniger Probleme machten. Am besten schnitt die Gothaer ab: hier sagten nur neun Prozent der Verkehrsanwälte, dass es häufig Probleme gebe. Auch die AachenMünchener (13 Prozent), Ergo (17 Prozent) und Generali (ebenfalls 17 Prozent) platzieren sich auf dem Treppchen der Versicherer, denen Anwälte eine gute Schadenregulierung bescheinigten.

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Hintergrundinfo: Das Forsa-Institut hat vom 6. Oktober bis 3. November 2017 insgesamt 1072 Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht im Deutschen Anwaltverein mithilfe eines Online-Fragebogens befragt.

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