„Sag mir, wie du fährst, und ich sage dir, wieviel du sparen kannst“: so lässt sich das Prinzip der Telematik in der Kfz-Versicherung beschreiben. Der Autofahrer erklärt sich bereit, sein Fahrverhalten mittels App oder Black Box überwachen zu lassen. Eine vorsichtige Fahrweise wird dann mit Rabatten belohnt. Nun hat auch die HUK-Coburg, immerhin Marktführer in der Kfz-Versicherung, einen entsprechenden Tarif auf den Markt gebracht, der deutschlandweit buchbar ist.

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Abschließen können den Tarif „Smart Driver“ alle Autofahrer unter 25 Jahren, so berichtet die HUK in einer Pressemeldung. Für eine vorausschauende Fahrweise verspricht der Versicherer bis zu 30 Prozent Jahresrabatt in der Kfz-Haftpflicht- und Kaskoversicherung. Zusätzlich erhalten die jungen Kunden einmalig einen Startbonus von zehn Prozent.

Voraussetzung ist der Einbau einer Telematik-Box, die während der Fahrt Daten zu Ort, Zeit, Geschwindigkeit, Beschleunigung, Bremsen und Lenken aufzeichnet. Erprobt hatte die HUK ihren neuen Tarif bisher regional beschränkt im Rhein-Main-Gebiet mit 2.000 Testkunden.

Eigene HUK-Tochterfirma soll Daten betreuen

Die individuellen Fahrdaten soll laut Pressemeldung ein eigens dafür gegründeter Dienstleister auswerten: die HUK-Coburg Datenservice und Dienstleistungen GmbH (HDD). Die IT-Tochter stellt der HUK-COBURG und der HUK24 die Fahrwerte unter Nennung der Gerätenummer zur Verfügung. Die Versicherer können die Daten anschließend dem jeweiligen Versicherungsvertrag zuordnen und den Bonus gutschreiben.

Warum aber der Aufwand einer eigenen Tochtergesellschaft? Laut HUK soll dieser Schritt den Datenschutz sichern. „Durch die Trennung von Versicherungsunternehmen und Telematik-Dienstleister ist gewährleistet, dass die Versicherung selbst keine Rückschlüsse auf Einzelfahrten ziehen kann“, heißt es im Pressetext. Umgekehrt erhalte die HDD keine Informationen zum Versicherungsnehmer oder Fahrer. Für die notwendige Technik und Infrastruktur kooperiert der Versicherer mit Bosch.

Telematik-Versicherung: Große Hoffnung, überschaubarer Kundenzuspruch

Telematik-Tarife in der Kfz-Versicherung, die eine vorsichtige Fahrweise mit Rabatten belohnen, werden in Deutschland seit 2014 angeboten. Vorreiter war hier der Sparkassen-Versicherer S-Direkt, der seinen Tarif aufgrund hoher Kosten aber wieder vom Markt genommen hat. Derzeit haben auch die Allianz, Axa, Aachen Münchener, Admiral Direkt, Cosmos Direkt, Generali, Signal-Iduna und VHV entsprechende Tarife im Angebot.

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Die Nachfrage ist in Deutschland bisher überschaubar. So hat die Allianz als derzeit erfolgreichstes Telematik-Unternehmen von Mai bis November 2016 rund 13.100 Verträge vermitteln können, was 800 Neukunden pro Woche entspricht. Weit etablierter sind Pay as you drive-Versicherungen in Italien und im angloamerikanischen Raum. Bevorzugte Zielgruppe sind Fahranfänger, die mit den Tarifen zu einer vorsichtigen Fahrweise motiviert werden sollen.