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Vergütung

Allianz verrechnet sich bei Provisionen

Leicht verrechnet? Die Allianz muss Rechenfehler eingestehen (Symbolbild).StevePB@Pixabay.com

Die Allianz hat laut einem Bericht die Provisionen von mindestens 5.000 Agenturen falsch berechnet - wenn auch nur im geringen Umfang. Ursache soll ein IT-Fehler sein. Bereits im August war bekannt geworden, dass es auch bei den Betriebsrenten zu Rechenfehlern gekommen sein könnte. Kein Thema ist beim Branchenprimus allerdings der Verkauf von Leben-Beständen auf dem deutschen Markt.

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Die Allianz hat aufgrund von IT-Fehlern die Provisionen von mindestens 5.000 Ausschließlichkeits-Vertretern falsch berechnet. Das berichtet der Branchendienst Versicherungsmonitor und beruft sich auf Unternehmenskreise. Die Fehler würden bis ins Jahr 2014 zurückreichen. Im Schnitt handle es sich um geringe Beträge von 240 Euro.

Die Allianz hat gegenüber pfefferminzia.de den Fehler bereits eingestanden. „Kumuliert seit 2014 wurden durchschnittlich pro Vertreter rund 240 Euro zu viel an Provisionen ausgezahlt und circa 4,60 Euro zu wenig", berichtete ein Sprecher. Betroffen sei ausschließlich die Sach-Sparte, nicht jedoch die Lebensversicherung, erklärt der Sprecher weiter.

Rechenfehler auch bei Betriebsrenten?

Damit bestätigt sich, dass Europas größter Versicherer mit technischen Problemen zu kämpfen hat. Im August war bereits bekannt geworden, dass eine Vertreterin die Allianz wegen Rechenfehlern vor dem Landgericht München verklagt hatte. Hierbei ging es allerdings um Ansprüche aus der Betriebsrente. Zuständig für die Berechnung ist hier die Allianz Beratungs- und Vertriebs-AG (ABV), eine Tochterfirma der Allianz.

Die Vertreterin macht geltend, dass mehr als 1.000 ihrer Verträge im Leben- und Sachbereich aus der Versorgungsrechnung herausgefallen seien. Dadurch sei ihr ein Rentenanspruch von mehreren hundert Euro im Monat verloren gegangen (der Versicherungsbote berichtete). In diesem Rechtsstreit geht es um weit mehr Geld: sollten sich die Fehler vor Gericht bestätigen, könnte das die Allianz Millionen kosten, weil auch mit Klagen anderer Vertreter zu rechnen ist.

Verkauf von Leben-Beständen bei Allianz Deutschland kein Thema

Für die Vermittler hat die Allianz allerdings auch eine gute Nachricht. Laut „Versicherungsmonitor“ hat „Leben“-Chef Markus Faulhaber ein Rundschreiben an alle Agenturen versendet, in dem er noch einmal bestätigt, dass der Versicherer seine deutschen Leben-Bestände nicht verkaufen will. „Für die Allianz ist das kein Thema“, heißt es in dem Schreiben.

Hiermit begegnet Faulhaber Spekulationen, wonach der Marktführer klassische Leben-Policen an einen externen Investor abstoßen bzw. in den Run-off überführen will. Entsprechend hatte sich die Allianz auch bereits per Pressemeldung positioniert. "Wir möchten weiter Kunden gewinnen, nicht loswerden.", erklärte Markus Faulhaber (der Versicherungsbote berichtete).

In den vergangenen Wochen waren die Pläne beziehungsweise Überlegungen von drei großen Versicherern bekannt geworden, große Leben-Bestände in den Run-off zu schicken. Laut übereinstimmenden Meldungen prüft die Ergo derzeit, ihre Firmen-Töchter Victoria und Ergo Leben an einen externen Investor zu verkaufen. Auch die Generali will ihre deutsche Tochter Generali Leben in den Run-off schicken (der Versicherungsbote berichtete). Das Neugeschäft wird dann eingestellt und die Bestands-Policen werden bis zum Vertragsende nur noch verwaltet.

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Hintergrund der aktuellen Entwicklung ist, dass sich in Zeiten niedriger Zinsen und hoher Kapitalanforderungen durch Solvency II klassische Leben-Verträge für viele Versicherer nicht mehr rentieren. Derzeit befinden sich auf dem deutschen Leben-Markt bereits ein Volumen von 90 Milliarden Euro in der Abwicklung, hat die Ratingagentur Fitch errechnet.

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