Versicherungsbote: Herr Kleinlein, was war das Ziel des Blogs und was hat das Blog in dem vergangenen Jahr gebracht?

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Axel Kleinlein: Mit dem Blog wollen wir zeigen, mit welcher Themenvielfalt rund um Versicherungen wir uns auseinandersetzen und den Lesern das Thema näher bringen. „Versicherung“ ist schließlich längst nicht so trocken und dröge wie es auf den ersten Blick erscheint. Die Kollegen aus unserer Mitgliederberatung finden hier den Platz um zum Beispiel auch einmal kompliziertere Sachverhalte erklären oder ihre Erfahrungen aus dem Beratungsalltag mit der Community zu teilen. Es ist schon spannend, leider auch empörend und manchmal amüsant, was sich da tut.

Unser EU-Experte berichtet über die aktuellen EU-Themen und ich nehme in meiner Kolumne „Kleinleins Klartext“ jeden Mittwoch die Versicherungswirtschaft aufs Korn. Wer will, kann so hautnah erleben, wie der Bund der Versicherten seine Positionen entwickelt und was uns im BdV gerade bewegt. In den Gastbeiträgen gibt es dann auch ganz neue Gedanken und Anregungen, manchmal auch mit deutlicher Kritik an uns. Das ist auch gewollt, denn der Blog soll eine echte Diskussion befeuern.

Hat sich die Anzahl der Klicks auf dem Blog erhöht?

Seitdem wir den Blog gestartet haben, geht es kontinuierlich aufwärts. Übrigens sieht man das auch an den Kommentaren der Leser. Wir sind zufrieden mit der Reichweite des Blogs.

Hat sich die Zahl der Klicks auf der BdV-Hauptseite erhöht?

Ja, ob das aber am Blog liegt oder der weiteren Öffentlichkeitsarbeit, können wir nicht so genau sagen. Wir haben im letzten Jahr ja auch unsere Aktivitäten auf Facebook, Twitter, Xing & Co. deutlich verstärkt.

Steigen die Mitgliederzahlen des BdV?

Die letztem drei Jahre waren durch Sondereffekte belastet, in 2016 konsolidieren wir uns aber.

Gegenüber den Vermittlern scheinen Sie in den vergangenen Monaten Kreide gefressen zu haben. Einmal brachen sie eine Lanze für Vermittler und zuletzt im Talk bei Maybrit Illner sagten Sie sinngemäß, der Vermittler könne nur den Produkt-Mist verkaufen, den die Versicherer produzieren. Wie ist Ihre Sinnesänderung gegenüber den Vermittlern zu erklären?

Da gibt es keine Sinnesänderung. Im Gegenteil habe ich den Eindruck, dass die Vermittlerschaft etwas selbstbewusster gegenüber den Unternehmen auftritt, was ich sehr begrüße. Da kommt man sich dann in den Themen näher, wenn der Vertrieb sich nicht mehr nur als ausführendes Organ der Konzerne begreift. Viele Vermittler wollen auch deutlich stärker ihrer gewachsenen Verantwortung gegenüber den Verbrauchern gerecht werden. Sie haben endlich begriffen, dass sie sich von Exzessen á la Budapest deutlich distanzieren müssen. Das ist gut und verbessert das Gesprächsklima. Und natürlich leiden auch die Vermittler unter den schlechten Produkten. Wer verkauft schon gerne Mist! Da haben wir ein gemeinsames Ziel: Wir wollen bessere Produkte.

Axel Kleinlein (links im Bild) diskutiert bei Maybrit Illner über die Altersvorsorge. Quelle: Screenshot ZDF

Welche Kampagnen kann die Versicherungswelt demnächst vom BdV erwarten?

Wir werden die Umsetzung der Vertriebsrichtlinie kritisch und konstruktiv begleiten. Dass wir auch in Sachen Altersvorsorge konstruktiv mitdiskutieren, und beitragen wollen, neue Lösungen zu entwickeln, ist auch nicht neu - Stichwort Vorsorgekonto. Und vor den Gerichten nehmen wir auch weiterhin intransparente Klauseln ins Visier, wir wollen das LVRG in Karlsruhe überprüfen lassen und auch in anderen Sparten sind wir aktiv. Was genau alles kommt, da dürfen Sie sich überraschen lassen! Sachversicherer und die PKV sollten sich da nicht in Sicherheit wiegen.

Bei Maybrit Illner sagten Sie, die Rente oder ihre Formel seien kompliziert. Mögen Sie das hier genauer ausführen?

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Eine grobe Abschätzung zu geben, welche seine Ansprüche man etwa erwarten kann ist sicher hilfreich. Da wo es wirklich kompliziert wird, ist es abzuschätzen, wie sich die Rentenformel hinsichtlich der Auswirkungen der Demografie oder der Immigration verändert. Das ist dann ziemlich kompliziert. Und darum ging es mir bei Frau Illner.