Ein blindes Huhn findet auch mal ein Korn, so die deutsche Redensart, die hierzu passt: Im Unternehmensblog der DVAG versucht DVAG-Vorstand Helge Lach seinen Lesern einen gemanagten DWS-Fonds (fünf Prozent Ausgabeaufschlag und 1,45 Prozent Jahreskosten, der so genannten TER) mit einem ETF zu vergleichen. In seinem Rennen sind der DWS Fonds Top Dividende LD und der an Ausgabeaufschlag und laufenden Kosten billige DB X-Trackers Stoxx Global Div (null Ausgabeaufschlag, 0,20 Prozent laufend). Letzterer ist auch von der Deutschen Bank vertrieben, aber billiger, und nährt deswegen keinen Vermögensberater der DVAG. Deswegen wird der DWS-Fonds ja wohl auch verbloggt, ist zu vermuten.

Anzeige  

 

Faire Kommunikation? Nur ein Fonds wird verlinkt, aber nicht der Vergleichsfonds

Unfair von Lach im Blog: Den hauseigen von DVAG vertriebenen verbloggten DWS-Fonds verlinkt Lach zur Ansicht dessen Daten durch den Leser. Die Daten des verglichenen ETF (DB X-Trackers...) muss der Leser erstens abschreiben und zweitens zum Check in irgendein Fondsportal im Web eingeben. Soweit zur fairen Kommunikation zu Lesern. Kunden?

Der teure DWS schlägt den billigen (ETF-) Fonds DB X-Trackers, das zeigt DVAG-Blogger Helge Lach. Sodann sinniert Lach darüber, dass der schlaue Fondsmanager ja Volkswagen aus dem Portfolio entfernen müsste, wegen des laufenden Abgasskandals (#Dieselgate). Das ist grad populär. Dazu ein klares Jein. Die folgenden Zahlen zeigen es.

Quelle: DVAG Blog

Es wurde jeweils eine Einmalanlage von 10.000 Euro gerechnet mit folgenden Ergebnissen: Auf drei Jahre gesehen hat der teure von Helge Lach im DVAG-Blog promotete DWS-Fonds mit 23 Prozent performed. Der billige ETF-Fonds nur mit 13 Prozent. Der Unterschied sind bei 10.000 Euro Anlage in Zahlen (jeweils Vergangenheitswerte, ohne Gewähr) 12.605 Euro Kapitalstand beim DWS zu 12.226 Euro beim ETF. Nach fünf Jahren steht es 15.637 für den DWS zu 15.470 Euro beim ETF (jeweils mit den jeweiligen Kosten berechnet via Fondsweb). Kurzum: Der teure DWS-Fonds „siegt“. In diesem Vergleich bei drei und bei fünf Jahren.

Eine Anlage: 1.700 Unternehmen

Nur, ...interessiert den Kunden die genaue Fonds-Kategorie? Wirklich?! Nehmen wir wieder 10.000 Euro in die Hand und geben wir dieses Geld an 1.700 weltweite Großunternehmen, atomisieren also das Risiko und kaufen den iShares Core MSCI World UCITS, ein billiges ETF ohne Ausgabeaufschlag und 0,20 Prozent laufende Gebühren. Wieder Vergangenheitswerte: Dann stehen nach drei und fünf Jahren 13.640 (DWS: 12.605, siehe oben) und 17.091 Euro (DWS 15.637) zu Buche. Der DWS-Fonds von Helge Lach und DVAG ist geschlagen. Lach hat das verbloggt.

Anzeige  

 

Außerdem schlagen Fondsmanager den Index nicht dauerhaft; dennoch finden sie ein ums andere Jahr, nicht jedes Jahr, doch mal ein Korn. Statistisch gesagt: Sie haben Glück. Auf Dauer sind kostengünstige ETFs rentabler. Sie sparen den Fondsmanager samt Kosten und laufen wie der Index. Und: 1.700 Großunternehmen der Welt (im iShares-ETF) gehen nicht absprachegemäß alle auf einmal pleite. Beim DWS-Fonds (DVAG-Promotion) ist aber eines sicher, versprochen: Gleich zu Anfang sind 5,0 Prozent Gebühren weg. Plus 1,45 Prozent laufend, pro Jahr.