Der Siegeszug der Exchange Traded Funds (ETFs) hält an. In den vergangenen fünf Jahren ist das von ETFs verwaltete Anlagevermögen hierzulande von 9,9 Milliarden auf 64 Milliarden Euro gewachsen. Dabei hat das Volumen allein seit Beginn dieses Jahres rund 36 Prozent zugelegt1. Offensichtlich suchen Anleger in Krisenzeiten einfache, verständliche und kosteneffiziente Anlageprodukte – Kriterien, die ETFs erfüllen. Dazu kommt, dass sie sich in der Corona-bedingten volatilen Marktphase im Frühjahr 2020 als Investmentprodukt sehr gut behaupten konnten.

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Zudem werden Indexstrategien zunehmend für Sparpläne genutzt. Allein im vergangenen Jahr stieg das ETF-Sparplanvolumen um 45 Prozent1. ETF-Sparpläne bieten nicht nur die Möglichkeit, gemäß dem obersten Anleger-Gebot, Risiko und Vermögen breit zu streuen. Anleger bleiben damit auch flexibel, da sie die Sparrate erhöhen, kürzen oder aussetzen können.

ETF-Fondspolice mit zahlreichen Vorteilen

Eine Alternative zu einer Direktanlage in ETFs ist die fondsgebundene Rentenversicherung. Hier können Anleger aus einer Vielzahl an Portfolio-Profilen von defensiv bis offensiv das passende aussuchen – oder eine ganz individuelle Auswahl treffen. Außerdem bietet diese Anlageform einkommenssteuerliche Vorteile: Sie erlaubt z.B. ein Umschichten zwischen Fonds, ohne dass eine Abgeltungssteuer für den erzielten Wertzuwachs fällig wird, und ermöglicht es, durch die Festlegung einer lebenslangen Rentenzahlung das Langlebigkeitsrisiko abzusichern. Im letzteren Fall geht sogar das gesamte angesparte Altersvorsorgevermögen ungeschmälert, also ohne Zahlung einer Abgeltungssteuer, in die Rentenzahlung über. Wenn eine Auszahlung gewünscht ist, muss ab dem 62. Lebensjahr bei mindestens zwölf Jahren zuvor geleisteter Versicherungsdauer auch nur der halbe Wertzuwachs versteuert werden.

Aus Anlegersicht spricht also viel dafür, ETFs für die Altersvorsorge einzusetzen. Doch auch für Berater zahlt es sich aus, ETFs bei der Implementierung einer Anlagestrategie für ihre Kunden zu nutzen. Zwar könnte man einwenden, dass durch Indexfonds die Chance auf eine Mehrrendite gegenüber dem Markt aufgegeben wird. Allerdings schaffen es meist nur wenige aktive Fonds, den Vergleichsindex über lange Zeiträume von zehn bis fünfzehn Jahren zu schlagen. Bei ETFs aber wissen Anleger genau, was sie bekommen: Marktrendite abzüglich Kosten.

Durch ETFs mehr Zeit für den Kunden

Tatsächlich sind Indexfonds ein funktionales Investmentvehikel. Zum einen sind sie durch die pure Abbildung der Marktrendite abzüglich der niedrigen Fondsgebühren relativ berechenbar. Zum anderen gibt es kein Risiko für einen Wechsel des aktiven Fondsmanagements, das Einfluss auf die Qualität des Produkts nehmen kann. Dass ein Berater einen ETF nicht laufend überprüfen muss, lässt zudem mehr Zeit für die Kundenpflege oder -akquise. Und das ist letztlich für den Anlageerfolg entscheidend, denn schließlich helfen Finanzberater ihren Kunden in erster Linie, ihre Ziele stets im Blick zu behalten und Fehlentscheidungen zu vermeiden.

Das heißt, der Einsatz von ETFs kann eine qualitativ hochwertige, auf den Kunden fokussierte Beratung unterstützen, die sich an wenigen Grundprinzipien orientiert – wie klare und realistische Ziele setzen, breit streuen, Disziplin wahren und Kosten kontrollieren. Auf dieser Basis ist es dann Aufgabe des Beraters, eine auf den Kunden abgestimmte langfristige Anlagestrategie zu entwickeln, zu überwachen und den Kunden in schwierigen Marktphasen an die Hand zu nehmen. Insgesamt lässt sich durch eine professionelle Beratung ein Mehrertrag von etwa drei Prozentpunkten pro Jahr im Schnitt gegenüber einer durchschnittlichen Beratung erzielen.

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Dabei ist eine kosteneffiziente Umsetzung der Anlagestrategie entscheidend. Sie trägt laut Berechnungen von Vanguard auf Basis von Morningstar-Daten je nach Portfolioallokation zwischen 55 und 59 Basispunkten zu diesem Mehrwert bei. Dass Kostenvorteile bei Anlageprodukten zu überdurchschnittlichen Ergebnissen führen, lässt sich auch empirisch belegen, wie ein Renditevergleich des Medians kosteneffizienter und hochpreisiger Fonds zeigt. Demnach liefern kosteneffiziente Fonds in so gut wie allen Märkten eine höhere durchschnittliche Jahresrendite. Das kann kaum überraschen. Gehen hohe Produktkosten doch direkt zu Lasten der Rendite. Und je geringer die Produktkosten, desto mehr Flexibilität hat ein Berater bei der Vergütung seiner eigentlichen Serviceleistung, der Beratung. In Kombination mit einer kosteneffizienten Police können so überdurchschnittliche Kundenvorteile erzielt werden.

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