Der Boom von Fahrrädern und E-Bikes verändert das Straßenbild in Deutschland und zunehmend auch die Unfallstatistik. Wie aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) zeigen, war im Jahr 2025 bereits jede sechste im Straßenverkehr getötete Person mit dem Fahrrad unterwegs. Der starke Anstieg geht vor allem auf Pedelec-Fahrer zurück.

Anzeige

Insgesamt kamen im vergangenen Jahr 462 Radfahrer bei Verkehrsunfällen ums Leben. Darunter waren 217 Menschen mit einem Pedelec beziehungsweise E-Bike unterwegs. Während die Zahl aller Verkehrstoten gegenüber 2015 deutlich zurückging, entwickelte sich die Zahl tödlich verunglückter Radfahrender in die entgegengesetzte Richtung. Gegenüber 2015 stieg sie um 20,6 Prozent.

Besonders stark legte die Zahl tödlicher Pedelec-Unfälle zu. Wurden 2015 noch 36 Todesfälle registriert, waren es 2025 bereits 217. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das nochmals einem Anstieg von mehr als elf Prozent.

Die Daten zeigen zudem, dass ältere Menschen im Straßenverkehr besonders gefährdet sind. Mehr als sechs von zehn tödlich verunglückten Radfahrenden waren 65 Jahre oder älter. Bei Pedelec-Fahrern lag dieser Anteil sogar bei 67,3 Prozent.

Die meisten Fahrradunfälle mit Personenschaden passieren nicht allein. Laut Statistik war bei rund zwei Dritteln der insgesamt 95.794 Fahrradunfälle ein weiterer Verkehrsteilnehmer beteiligt. In fast 70 Prozent dieser Fälle handelte es sich um Autofahrer.

Die Zahlen zeigen auch, dass Radfahrer keineswegs immer die alleinige Verantwortung tragen. Bei Unfällen mit anderen Verkehrsteilnehmern wurde ihnen in knapp drei von zehn Fällen die Hauptschuld zugeschrieben. Je nach Unfallkonstellation unterscheiden sich die Werte allerdings deutlich. Bei Zusammenstößen mit Fußgängern lag die Hauptschuld mehrheitlich bei den Radfahrern. Waren dagegen Autos oder Lastkraftwagen beteiligt, wurde deutlich häufiger den motorisierten Verkehrsteilnehmern die Verantwortung zugeschrieben.

Auch bei Kollisionen zwischen Fußgängern und Radfahrern zeigen sich Unterschiede zwischen klassischen Fahrrädern und Pedelecs. Zwar ereigneten sich deutlich mehr Unfälle mit Fahrrädern ohne Motorunterstützung, doch die Folgen von Pedelec-Unfällen fallen häufig schwerer aus. So kamen bei Unfällen zwischen Fußgängern und Pedelec-Fahrern auf 100 Unfälle durchschnittlich 16 Schwerverletzte und 119 Leichtverletzte. Bei klassischen Fahrrädern lagen die Werte etwas niedriger.