Hintergrund des Geldregens für die jungen Akteure im Versicherungsmarkt ist das so genannte Accelerator-Programm von ProSiebenSat1, das etwa als der zweite wirtschaftliche Förderschritt für die Investment-Schäfchen des TV-Konzerns zu verstehen ist. Solche Programme folgen meistens nach einer ersten Anschubfinanzierung, flankiert durch Rat und Tat des Investors (neudeutsch Mentoring), um die Startups buchstäblich zu beschleunigen, akzelerieren wie der Lateiner weiß.

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ProSiebenSat1: Kein Bargeld, sondern Werberubel

Nun können Clark und Fairr sowie drei andere nicht der Finanzwelt zuzuordnende Startups 500.000 Euro, nicht als Bargeld, sondern auf den Werbewert nach Preisliste der Sender bezogen, in TV-Kampagnen umrubeln. Neben den Hauptsendern Pro Sieben und Sat1 kommen auch die Konzern-Spartensender Kabel1 oder dem Männersender Sixx infrage, deren niedrigere Preise das Budget sozusagen strecken.

ProSiebenSat1 geht bei seinen Investments offenbar nach einem großen Plan vor: „Die Teilnehmer erhalten weiterhin eine Anschubfinanzierung in Höhe von 25.000 Euro und durchlaufen ein Mentoren-Programm. ProSiebenSat.1 erhält dafür im Gegenzug eine Beteiligung am Unternehmen, die für jedes Unternehmen einzeln ausgehandelt wird“, schreibt das Online-Portal „Gründerszene“ über den Geldsegen für Clark & Co.

Elektronischer Versicherungsordner gegen Whatsapp chancenlos

Die Werbehilfe, von der die Unternehmen Fairr und Clark nun profitieren sollen, scheint nötig. „Schon heute kämpft jede App gegen das Deinstallieren“, schreibt Tobias Haff, der Chef des Online-Vergleichsportals Procheck24 aktuell in einer Kolumne bei „Cash Online“. Weiter fragt Haff, welche realistische Chance elektronische Versicherungsordner, die viele Startups beim Kunden als Fortschritt anpreisen, gegen Whatsapp oder Facebook haben. „Das Teilen der eigenen Urlaubsbilder wird dem Kunden auch in fünf Jahren noch deutlich mehr Spaß machen als ein Optimierungsvorschlag zur Hausratversicherung.“

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