In Zeiten des niedrigen Zinses fordert eine zunehmende Zahl von Sparkassen eine staatliche Sparprämie. Das würde bedeuten, dass der Staat einen Teil der nicht eben geringfügigen Ersparnisse, die er durch die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank genießt, an die Sparer zurück transferiert. Dafür plädierte auch jüngst Georg Fahrenschon, der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV), und Harald Vogelsang, Vorstandssprecher der Hamburger Sparkasse (Haspa). Damit reihen sie sich in die Gruppe derjenigen ein, die für einen Lastenausgleich eintreten, um die Sparbereitschaft der Bürger zu steigern. Auch die sparende Öffentlichkeit würde sich über ein solches Arrangement sicher nicht ärgern, denn ein solcher Deal wäre verständlich und nachvollziehbar.

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Schlechte Presse für Versicherer nicht gerechtfertigt

Wenn Lebensversicherer allerdings angesichts sinkender Renditen auf die Niedrigzinsphase verweisen, verändert sich die Situation. Hier ist es, als ob die durch die staatliche Niedrigzinspolitik bewirkte Entsparung der Bürger von Versicherern nicht als Argument ins Feld geführt werden dürfte. Stattdessen würden die Bürger in Medienberichten vor versteckten Kosten, zu hohen Verwaltungsgebühren und gierigen Vermittlern gewarnt, so schreibt es markt-intern.de.

In der öffentlichen Kritik stehen auch die Renditeangaben, so sich diese auf den Sparanteil und nicht auf die Gesamtprämie beziehen. Betrachtet der Sparer diese Angaben, zählt für ihn der gesamte eingezahlte Betrag, dieser sei auch zum Renditevergleich mit anderen Anlageformen notwendig. Allerdings übersähe man aus dieser Perspektive auf die Altersvorsorge mit einer Lebensversicherung nicht selten, dass in den Kosten auch ein Anteil für einen Risikoschutz steckt, wendet marktintern ein.

Um einen Vergleich der Renditen mit der Lebensversicherung herzustellen, haben kreative Versicherungs-Experten Musterdepots entworfen, die sichtbar machen, dass mit ihnen ein regelmäßiger Sparer zum Beispiel gestreut investierend in Aktien, Anleihen, Gold und Tagesgeld eine bessere Rendite als die Lebensversicherung bei angeblicher Sicherheit erzielt hätte. Allerdings muss gesagt werden, dass die Grundlage jener Muster-Sparpläne vergangenheitsbezogen war. Es wurden Anlageprodukte herausgegriffen, von denen weder der Sparer noch der vermeintliche Experte bei Beginn der Einzahlung vorhersagen konnte, ob am Ende ein Gewinn oder ein Verlust stünde. Ein Modell mit unsicherem Ausgang also. Aber Unsicherheit ist bei deutschen Lebensversicherern eigentlich kein Thema.

Lebensversicherung in Deutschland: Kundenwohl seit Jahrzehnten im Blick

So schreibt der BFV, DASS Bei deutschen Lebensversicherern Kunden noch nie ihr Erspartes verloren oder eine Rente nicht vertragsgemäß erhalten hätten. Gerade das Modell der klassischen Lebensversicherung habe über Jahrzehnte gezeigt, dass es den Anforderungen an eine zuverlässige Altersversorgung entspräche. Denn das Kollektiv der Versicherten und die langen Laufzeiten vermögen es, Schwankungen aufzufangen. Darüber hinaus handelt es sich bei der Lebensversicherung um ein hoch reguliertes Vorsorgeprodukt. „Die Vorteile der Sicherheit und Zuverlässigkeit werden selten hervorgehoben, obwohl sie einem Hauptbedürfnis der deutschen Altersvorsorgesparer entsprechen“, sagt Erwin Hausen von der Bundesarbeitsgemeinschaft zur Förderung der Versicherungsmakler (BFV). Um die Frage zu klären, ob eine Lebensversicherung oder Rentenversicherung, klassisch oder fondsgebunden, ob ein Riester- oder ein Rürup-Produkt für den individuellen Lebensplan am passendsten ist, könne durch einen qualifizierten Vermittler am besten beantwortet werden.

Denn bei der Auswahl des passenden Produkts ist der Versicherungsmakler nicht an einen Versicherer gebunden, er hat einen breiten Zugriff auf den Markt und kann so unter zahlreichen Produkten und Anbietern das Optimum auswählen. Für den Verbraucher kann das ein erheblicher Vorteil sein. Denn die dem Kunden einsehbaren durchschnittlichen Kennzahlen und Kostenquoten der Versicherungsbranche sind wenig aussagekräftig und für eine selbstständige Wahl eine zu schwache Grundlage. Besonders in Zeiten der Niedrigzinspolitik gilt es auch, mit Expertise auf die Kosten der in Frage kommenden Versicherer zu schauen, auf deren Anlagerendite der letzten Jahre sowie die Finanzstabilität. „Versicherungsmakler verschaffen sich mit Experten-Vergleichssoftware die notwendige Markttransparenz und achten unter Berücksichtigung von Finanz-Ratings auf die Solidität“, erläutert Hausen.

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Der neue Makler: Fair, haftbar, professionell - Zeit für ein differenziertes Bild

Der BFV, der sich für die Interessen maklerorientierter Versicherer, Versicherungsmakler und Verbraucher unter Berücksichtigung des Doppelrechtsverhältnisses Versicherungsmakler-Versicherer und Versicherungsmakler-Kunde einsetzt, möchte dem schlechten Ruf der Zunft das brancheninterne und durchaus verbreitete Ziel der Kundenzufriedenheit sowie das Credo der Haftung des Versicherungsmaklers für Fehlberatung entgegenstellen. „Während die Schelte von Versicherern und Vermittlern in manchen Fällen berechtigt ist, spiegelt sie aber in ihrer Pauschalität Verbrauchern und Versicherungskunden ein unzutreffendes Bild wider. Im Interesse einer sicheren und sich kontinuierlich aufbauenden Altersversorgung ist das nicht.“, so die BFV als Pladoyer für eine differenzierte Betrachtung auf Versicherungsmakler.

marktintern.de