Ein anhaltend niedriges Zinsniveau erwarten deutsche Anleger in den nächsten sechs Monaten. Vor allem die klassischen zinsbasierten Anlageprodukte verlieren dabei weiter an Attraktivität. Die Entwicklung an den Aktienmärkten sehen die Bundesbürger dagegen positiv. So gehen fast die Hälfte (47 Prozent) von steigenden Börsennotierungen aus. Die gesamtwirtschaftliche Lage in Deutschland hat sich für eine große Mehrheit inzwischen verschlechtert. Vor allem der andauernde Konflikt zwischen Russland und der Ukraine geht aus Sicht vieler Bundesbürger an der Konjunktur nicht spurlos vorüber. Dies sind die Ergebnisse einer repräsentativen Befragung deutscher Finanzentscheider in privaten Haushalten.

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Aktien steigen in der Beliebtheitsskala

Die Mehrheit der Befragten (61 Prozent) rechnet mit gleichbleibend niedrigen Zinsen. Gegenüber dem Vorquartal ist dies eine Senkung um 3 Prozentpunkte. Weiter fallende Zinsen erwarten 21 Prozent. Dies sind ebenfalls 3 Prozent weniger.

Damit verliert vor allem das Sparbuch weiter an Attraktivität. Im letzten Quartal hielten noch 29 Prozent das Sparbuch für eine gute Anlage. Aktuell sind es nur noch 19 Prozent. Tagesgeld, Festgeld, Kapitallebensversicherung und festverzinsliche Wertpapiere habe ebenfalls an Attraktivität eingebüßt.

Aktien und Investmentfonds betrachteten die Befragten dagegen als bessere Anlageform. Aktien stiegen in der Beliebtheitsskala innerhalb eines Kalenderjahres von 30 auf 33 Prozent. Investmentfonds legten sogar um 8 Prozentpunkte auf jetzt 31 Prozent zu. Giovanni Gay, Geschäftsführer bei Union Investment, sagt: „Das anhaltend niedrige Zinsniveau und ein Mangel an rentierlichen Anlagealternativen wecken nach und nach das Interesse der Anleger für Aktien und Investmentfonds“.

Auswirkungen der Minizinsen auf eigene Anlagen haben nur ein Drittel der Befragten erkannt

Dass die Minizinsen sich auf die Erträge ungünstig auswirken, haben nur 36 Prozent der Befragten erkannt. Immerhin 34 Prozent erhoffen für sich einen Vorteil, wenn sie beispielsweise einen Kredit aufnehmen. Weitere 30 Prozent sehen weder einen Vorteil noch einen Nachteil. „Das Ergebnis zeigt, dass das Problem Minizinsen und seine Auswirkungen immer noch nicht überall angekommen ist“, so Gay, der bei Union Investment für das Privatkundengeschäft zuständig ist. Positiv ist, dass immerhin 30 Prozent aufgrund des niedrigen Zinsniveaus über ihre Geldanlagen nachdenken.

Günstigere Rahmenbedingungen für Aktien und Fonds

Die Rahmenbedingungen für Investitionen am Aktienmarkt betrachten fast die Hälfte der Befragten positiv. So gehen 47 Prozent von steigenden Kursen aus. Das sind mehr als doppelt so viele wie im Vergleichszeitraum des dritten Quartals 2014 (18 Prozent). 29 Prozent davon gehen von leicht steigenden Kursen und 18 Prozent sogar von stark steigenden Kursen aus. An fallende Aktienkurse glauben inzwischen nur noch 21 Prozent. Im Vergleichszeitraum waren es noch 39 Prozent der Befragten. An gleichbleibende Notierungen glauben 31 Prozent. Die Experten von Union Investment sehen bei Aktien Potential. Gay empfiehlt Multi-Asset-Lösungen. „Mit ihnen haben Sparer die Möglichkeit, an steigenden Aktienmärkten zu partizipieren und gleichzeitig das Risiko durch die Investition in möglichst viele Anlageklassen zu minimieren.“

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Das Marktforschungsinstitut Forsa ermittelt seit 2001 im Auftrag von Union Investment quartalsweise das Anlegerverhalten. Befragt werden 500 Finanzentscheider in Privathaushalten im Alter von 20 bis 59 Jahren, die mindestens eine Geldanlage besitzen. Für das vierte Quartal erhob Forsa die Daten vom 3. bis 12. November 2014.