Riester-Renten gibt es seit 2002 am deutschen Versicherungsmarkt. Das Institut für Transparenz (ITA) untersuchte im Auftrag des Verbrauchermagazins Guter Rat die Entwicklung echter Riester-Verträge in der Studie „12 Jahre Riester-Rente“ - bereits zum zweiten Mal. In der Untersuchung zwei Jahre nach der ersten Riester-Bilanz wurden dabei erhebliche Unterschiede bei den Ablaufwerten, den Kosten und der Rentenhöhe festgestellt. Gelohnt habe sich für die meisten Sparer das Riestern nur aufgrund der Zulagen. Darüber hinaus wirken sich die sehr unterschiedlichen Kosten auf die Erträge aus und hohe Ablaufleistungen bedingen nicht zwingend hohe Renten.

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Erhebliche Rendite-Unterschiede

In den letzten zwölf Jahren hat eine alleinstehende Person mit den untersuchten Riester-Renten laut Studie jährlich zwischen 1,65 und 4,86 Prozent Rendite erzielt. Zwischen 3,47 und 6,62 Prozent erzielte der Auswertung zufolge ein Riester-Sparer mit einem Kind. Aufgrund der niedrigen Kapitalmarktzinsen liegen damit die Spitzenwerte 0,3 beziehungsweise 0,7 Prozentpunkten unter den Werten für zehnjährige Verträge der Untersuchung vor zwei Jahren.

Auf die Renditen haben die staatlichen Zulagen einen erheblichen Einfluss. Bereinigt man die Renditen um die staatlichen Zulagen und bewertet somit lediglich die Anbieterleistung, so zeigt sich ein ganz anderes Bild: Bei alleinstehenden Personen ergibt sich dann noch eine Rendite zwischen 0,23 und 3,51 Prozent, mit Kind sind es zwischen 0,2 und 3,5 Prozent.

Deutliche Unterschiede in den Auszahlungsbeträgen: Bei Ergo 3.600 Euro weniger ausbezahlt

Eine Ablaufleistung von rund 22.747 Euro (Cosmos Lebensversicherung, Tarif CFRA 1) konnte ein Riester-Sparer ohne Kind nach zwölf Jahren erreichen. Bei der Kaiserrente von Ergo wurden hingegen für denselben Zeitraum 3.623 Euro weniger ausbezahlt. Alle Riester-Sparer erzielten jedoch Erträge deutlich oberhalb der Inflation und, mit Ausnahme der Kaiserrente, auch oberhalb des Geldmarktzinses EONIA. Das letztplatzierte Produkt schafft im Rahmen der Auswertung keinen Inflationsausgleich, lässt man die durch Zulagen erzielte Rendite unberücksichtigt.

Neben der Kapitalanlage sind die Kosten für die erheblichen Unterschiede zwischen den Tarifen verantwortlich. Die aufsummierten Kosten liegen bei klassischen Rentenversicherungen über alle Jahre zwischen 879 Euro und 2.362 Euro. Transparenz ist daher für den Kunden für seine Entscheidungsfindung sehr wichtig.

Wo werden die höchsten Renten erzielt?

Für den Riester-Sparer ohne Kind liegen die garantierten Renten zwischen 721,20 Euro (DWS TopRente Balance) und 1.337 Euro (LVM-Privat-RentePlus). Die Renten steigen unter Berücksichtigung der aktuellen Zuschüsse auf 1.188 Euro (DWS TopRente Balance) bis 1.544 Euro (Volkswohl Bund ASR). Dabei zahlen die höchste Rente nicht zwangsläufig die Anbieter mit den höchsten Ablaufleistungen aus. Und die niedrigsten Renten kommen nicht zwingend von den Anbietern mit niedrigen Ablaufwerten. Zurückzuführen ist dieser Effekt zum Teil auf die Kosten in der Auszahlungsphase. Im Rentenbezug weisen klassische Renten aber nur geringe Kosten auf, daher dürften die verwendeten Sterbetafeln höher ins Gewicht fallen.

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Das Wechselrecht ist daher für die Sparer sehr wichtig. Dr. Mark Ortmann, Geschäftsführer des ITA empfiehlt Sparern daher, sich vor Auszahlungsbeginn erneut für einen Anbieter zu entscheiden und dann zum Rentenbeginn zu wechseln.

Institut für Transparenz (ITA)