Im März diesen Jahres schlug die Entlassung von Axel Kleinlein als Vorstandsvorsitzenden des Bund der Versicherten ein wie eine Bombe. Seinerzeit waren Differenzen in der inhaltlichen und personellen Ausrichtung Gründe für die Trennung. Mit ihm schied ebenso Thorsten Rudnik aus dem Vorstand aus.

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Nun ist die Traumehe wieder perfekt und Axel Kleinlein zurück auf dem Chefsessel beim BdV. Er gilt als schärfster Kritiker in der Versicherungsbranche und ist allein daher schon prädestiniert für diesen Posten.

Doch der Reihe nach: Direkt nach Kleinleins Demission als Vorstandsvorsitzender wurde Tobias E. Weissflog zum neuen Vorstand berufen. Zudem wurde Mario Leuner als weiteres Mitglied des Vorstandes kooptiert.

BdV - geprägt von Streitereien, Machtkämpfen und Vorwürfen

Doch seither kehrte nie Ruhe um die Personalie Kleinlein ein. Zwar war er nun nicht mehr Vorstandsvorsitzender, jedoch als Kolumnist beim Handelsblatt allgegenwärtig und fleißiger Kritiker der Branche. Der BdV hätte ein prominentes Aushängeschild verloren. Kleinlein ist ein Verbraucherschützer, der mit den Vorständen der Unternehmen auf Augenhöhe diskutieren kann.

Innerhalb des Bund für Versicherten rumorte es seit längerem. Streitereien, Machtkämpfe und Vorwürfe um die Ausrichtung des BdV und um Personalien gipfelten in Kleinleins Entlassung. Das wiederum stieß bei vielen Mitgliedern auf wenig Gegenliebe. So entwickelten sich heftige Diskussionen über eine Rückkehr des ehemaligen Vorsitzenden.

Kampagne pro Kleinlein

Die Kleinlein-Unterstützer starteten eine Kampagne für die Wiedereinsetzung des Versicherungsexperten. Ziel war eine außerordentliche Mitgliederversammlung und die Abwahl der bisherigen Aufsichtsräte Horst Gobrecht und Theodor Schadendorf. Mittels einer Mitgliederbefragung hatten 2.715 von rund 53.000 BdV-Mitgliedern die angestrebte außerordentliche Mitgliederversammlung durchgesetzt.

Nach dem Aufsichtsrat Hartmut Wrocklage bereits im Mai im Streit um die fristlose Entlassung Kleinleins das Aufsichtsgremium verlassen hatte, sollten in der Wahl am Samstag nun auch die Aufsichtsräte Horst Gobrecht und Theodor Schadendorf weichen, um den Weg für eine Re-Inthronisierung von Axel Kleinlein als Vorstandsvorsitzenden des Vereins zu ebnen.

Neuer Aufsichtsrat entbindet Weissflog von Vorstandsvorsitz

In einer ereignisreichen Sitzung stürzte die Mitgliederversammlung den alten Aufsichtsrat. Rund 80 Prozent der anwesenden Mitglieder votierten gegen Gobrecht und Schadendorf und setzten anschließend die Hamburger Verbraucherschützerin Edda Castello, den unabhängigen Versicherungsberater Oskar Durstin und den Volkswirt Peter Schütt zum neuen Aufsichtsrat ein.

Noch in den Abendstunden traf sich das neu gewählte Aufsichtsgremium in einer ersten Sitzung. Als erste Amtshandlung wurde der bisherige Vorstandsvorsitzende Tobias E. Weissflog von seinem Amt entbunden und Axel Kleinlein als neuer BdV-Chef eingesetzt.

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Kleinlein, der bereits heute sein altes Büro beziehen wird, zeigte sich für die Zukunft des BdV zuversichtlich. Gegenüber dem Manager Magazin erklärte Kleinlein: "Für den BdV sehe ich mit dem neuen Aufsichtsrat eine starke inhaltliche Unterstützung und erwarte viele konstruktive Impulse für die verbraucherpolitische Arbeit und die Vereinsarbeit.". Diese solle in Zukunft endlich wieder von Inhalten geprägt sein.

Manager Magazin