Das Deutsche Institut für Altersvorsorge (DIA) stellt das aktuelle Rentenniveau in Frage. Grundlage für die Behauptung des, von der Deutschen Bank getragenen Instituts, sind Feststellungen des Finanzmathematikers und Autors von Alterssicherungs-Studien, Werner Siepe. Dieser beleuchtet die Methode zur Berechnung des verfügbaren Durchschnittsentgelts und der Sozialbeitragsquote kritisch.

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So werden bei der Berechnung die Beiträge zu den Sozialversicherungen ins Verhältnis zum Bruttoentgelt mit allen Beschäftigten gestellt. Dabei werden Beamte mit eingeschlossen, diese zahlen jedoch keine Beiträge in die Sozialversicherungssysteme. Folgend daraus liege die gesamtwirtschaftliche Sozialbeitragsquote mit rund 17 Prozent niedriger als die tatsächliche Abgabenquote der Arbeitnehmer mit knapp 20 Prozent. Dementsprechend würden Ergebnisse entstehen, die mit den tatsächlichen Verhältnissen der Rentner nicht übereinstimmten.

Das DIA geht davon aus, dass das durchschnittliche Rentenniveau vor Steuern bei rund 52 Prozent und nicht bei den bis dato angegebenen 49,6 Prozent des Nettoeinkommens liege.

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Der Vorwurf wurde mittlerweile vom Bundesarbeitsministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) zurückgewiesen. Das BMAS verwies darauf, dass die Berechnung des Sicherungsniveaus vor Steuern nach geltendem Recht und auf Basis der amtlichen Daten der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen erfolge. Diese würden auf den tatsächlich gezahlten Beiträgen in die Sozialversicherung beruhen. Von einem Rechenfehler könne daher keine Rede sein, so das Ministerium.