Die Ideal Versicherung ließ Anfang April der Dortmunder Erklärung Taten folgen und erklärte die Zusammenarbeit mit einigen Pools für beendet (Versicherungsbote.de informierte: "Ideal" beendet Zusammenarbeit mit großen Maklerpools).

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Besonders überrascht von der Darstellung der Ideal zeigte sich die Deutsche Makler Union (DMU). Denn die degenia-Tochter hat ihre Geschäftsbeziehungen zur Ideal bereits im Oktober 2011 beendet. Gründe für die damalige Entscheidung seien die fehlende Wirtschaftlichkeit des kleinen gemeinsamen Bestandes (weniger als 20 Verträge) und die fehlende Akzeptanz der angebotenen Produkte durch die Vertriebspartner der DMU.

Die Deutsche Makler Union verwahrt sich ausdrücklich gegen die Nennung in der „schwarzen Liste“ der Ideal und will sich Mängel im Bezug auf Transparenz nicht nachsagen lassen. Gegenüber versicherungsbote.de betonte die DMU, dass bei jeder Antragserfassung die Gültigkeit der IHK-Registernummer geprüft und ausschließlich mit Maklern zusammengearbeitet wird. Die eigentlichen Vermittler werden dem Risikoträger gegenüber bei Antragstellung offengelegt.

Zudem ist die DMU Teilnehmer am AVAD-Verfahren und stellt durch gegenseitige Abtretungserklärungen degenia - DMU sicher, daß im Falle eines courtagepflichtigen Stornos der Risikoträger seine Forderungen befriedigt bekommt.
Die aktuellen Geschäftszahlen veröffentlicht DMU im Zehn-Minuten Takt und die Geschäftsberichte von degenia und DMU sind im Internet einsehbar. Auch die einzelnen Produktpartner haben Zugriff auf die für das jeweilige Unternehmen verwalteten Verträge inklusive aller Dokumente.

„Versicherer für unser Geschäft und den Markt unbedeutend“

In ihrer Stellungnahme verweist Jung, DMS & Cie. auf datenschutz- und kartellrechtliche Gründe, die dazu geführt hätten, den Fragebogen der Ideal in einzelnen Punkten nicht beantworten zu können.
So seien beispielsweise die Veröffentlichung vollständiger Maklerlisten oder individueller Vertragsvereinbarungen überzogene Forderungen und aus datenschutzrechtlichen Gründen abzulehnen. Jung, DMS & Cie. will auch darauf achten, durch branchenweite Regelungen keinerlei kartellrechtliche Vorschriften zu verletzen.

Dass die Ideal die Zusammenarbeit für beendet erklärt hat, belastet den Pool aber nicht, weil „der Versicherer für unser Geschäft und den Markt unbedeutend ist“.

Anforderungskatalog dient nicht dazu, die Transparenz zu erhöhen

Aus Sicht der Fonds Finanz Maklerservice GmbH verfolgt die Ideal mit ihrem Fragenkatalog vor allem das Ziel, weitreichende Informationen über die angebundenen Vertriebspartner der Maklerpools zu erhalten. Loyalität zu den eigenen Vertriebspartnern und Datenschutzgründe hätten dazu geführt, dass Fonds Finanz den Fragenkatalog nicht beantwortet hat.

Die entsprechende Entscheidung sei der Ideal am 02. April mitgeteilt worden. Die Bestandsprovisionen für über Fonds Finanz eingereichte Verträge seien aber auch für die Zukunft gesichert.
Obwohl die Ideal nur einen sehr geringen Anteil am Geschäft der Fonds Finanz hat, bedauert man in München das Vorgehen des Versicherers.

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„Nischenanbieter für Seniorenprodukte“

Deutliche Worte fand auch Oliver Drewes, Geschäftsführer von maxpool. In einem Artikel des Branchendienstes „procontra-online“ bezeichnet er die Ideal als einen „Nischenanbieter für Seniorenprodukte“, der nicht zu den primär empfohlenen Partnern von maxpool zähle. „Besonders vor dem Hintergrund der bei uns intern derzeit laufenden Produktqualitätsausrichtung ärgert es mich auch ganz persönlich, wenn ein Versicherer unser Haus ohne vorherige Abstimmung in eigene Veröffentlichungen mit einbezieht“, wird Drewes zitiert. maxpool gehört nicht zu jenen Pools, mit denen die Ideal Versicherung kein Geschäft zeichnen will.