Versicherungsmakler sind in der Verantwortung, ihre Kunden umfassend über den kompletten Tarifverlauf zu beraten, um sie nicht später bösen Überraschungen auszusetzen. Die Agentur für Versicherungsanalysen Franke und Bornberg zeigt an Beispielen aus ihrer aktuellen Studie zur privaten Rentenversicherung worin die Unterschiede bestehen und wie Makler damit in der Beratung punkten.

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Makler sollten die Entwicklung der Rückkaufswerte in ihre Beratung mit einbeziehen. Denn in der Praxis geschieht es häufig, dass Altersvorsorgeverträge vorzeitig gekündigt werden, weil das Geld benötigt wird. Selbstverständlich ist es nicht sinnvoll, eine Rentenversicherung vorzeitig aufzulösen. Die Zunahme des Stornovolumens bei Lebensversicherungen macht den Beratungsbedarf aber mehr als deutlich. So wurden im Jahr 2010 Verträge im Volumen von 13,1 Mrd. Euro gekündigt. Das ist immerhin ein Drittel der Summe, die bei Ablauf/Erleben in 2010 fällig wurde. Eine Tatsache, die man nicht ignorieren kann.

Neue Aktualität durch Policenaufkäufer

Besondere Aktualität bekommt das Thema durch die Meldungen über sogenannte „Policenaufkäufer“. Mehrere Medien berichten gegenwärtig kritisch über unseriöse Entwicklungen auf dem Zweitmarkt für Lebensversicherungen.


Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat nach eigenen Angaben rund 60 Anbieter im Visier, denen vorgeworfen wird, mit falschen Versprechen Sparern deren Lebensversicherung abgekauft zu haben, um sich daran zu bereichern. Gegen einige Unternehmen wird laut BaFin bereits ermittelt.

Aber auch seriöse Policenaufkäufer profitieren vor allem von ablaufoptimierten Tarifen. Dabei analysieren Policenhändler den Vertragsverlauf und ermitteln den Kaufpreis, mit dem sie Versicherungsnehmern mit Liquiditätsbedarf den Vertrag abkaufen. Dabei wird ein Aufschlag auf den aktuellen Rückkaufswert gezahlt. Der Vertrag wird dann bis zum Ablauf fortgeführt und zum Schluss Kasse gemacht. Die folgende Grafik veranschaulicht das Geschäftsprinzip.