Damit ist die Zahl der Todesopfer im Jahr 2011 noch stärker gestiegen als erwartet. Erste Schätzungen von Dezember 2011 waren von + 7 % ausgegangen. Die Zahl der Personen, die schwer oder leicht verletzt wurden, erhöhte sich 2011 gegenüber dem Vorjahr um 5,5 % auf etwa 391 500.

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Die Gesamtzahl der polizeilich aufgenommenen Unfälle nahm im vergangenen Jahr jedoch ab und lag bei rund 2,3 Millionen (– 2,8 %). Dieser Rückgang ist auf Unfälle mit ausschließlich Sachschaden zurückzuführen, die um 4,0 % auf 2,0 Millionen zurückgingen.

Mehr Tote wegen der Schönwetter-Raser

Ein wesentlicher Grund für die negative Entwicklung bei den Verunglückten im Jahr 2011 gegenüber dem Vorjahr sind die Witterungsbedingungen: Relativ milde Wintermonate, ein sehr warmer, trockener Frühling und ein vergleichsweise schöner Herbst haben zu mehr Getöteten und Verletzten geführt. Bei günstigen Witterungsbedingungen wird mehr und häufig schneller gefahren. Zudem sind mehr ungeschützte Verkehrsteilnehmer wie Fußgänger und Zweiradfahrer unterwegs. Dadurch steigt die Schwere der Unfälle.

Unfallentwicklung nach Bundesländern

Schaut man sich die Unfallstatistik nach Bundesländern an, so gabe es in zwölf Bundesländern im Jahr 2011 mehr Straßenverkehrstote als im Vorjahr. Die prozentual stärkste Zunahme hatte Hamburg (+ 54,5 % oder 12 Personen), gefolgt von Mecklenburg-Vorpommern (+ 32,4 % oder 35 Personen) und Thüringen (+ 25,0 % oder 30 Personen). Nur in Rheinland-Pfalz (– 6,3 % oder 13 Personen), Baden-Württemberg (– 3,0 % oder 15 Personen), Brandenburg (– 2,6 % oder 5 Personen) und im Saarland (– 2,4 % oder 1 Person) gab es weniger tödlich verletzte Verkehrsteilnehmer zu beklagen.

Gemessen an der Einwohnerzahl war das Risiko im Straßenverkehr zu sterben in Mecklenburg-Vorpommern mit 87 Todesopfern je eine Million Einwohner am größten. Aber auch Sachsen-Anhalt (78) und Brandenburg (75) hatten wesentlich höhere Werte als der Bundesdurchschnitt, der im Jahr 2011 bei 49 Getöteten je eine Million Einwohner lag.

Trauriger Rekord im Monat Dezember

Der Dezember 2011 hat die negative Entwicklung der Getötetenzahl im vergangenen Jahr deutlich verstärkt. Nach vorläufigen Ergebnissen kamen in diesem Monat 364 Menschen im Straßenverkehr ums Leben und damit mehr als doppelt so viele wie im Dezember 2010 (181). Dies war der höchste Wert in einem Dezember seit 2007.

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Die Zahl der Verletzten erhöhte sich im Dezember 2011 ebenfalls sehr stark, und zwar um 35,4 % auf rund 31 400. Die sehr hohen Veränderungsraten von Dezember 2011 zu Dezember 2010 sind zum Teil darauf zurückzuführen, dass im Dezember 2010 durch den starken Wintereinbruch besonders wenig Menschen bei Straßenverkehrsunfällen getötet oder verletzt wurden. Insgesamt erfasste die Polizei im Dezember 2011 aber wiederum weniger Unfälle als ein Jahr zuvor (– 12,9 % auf 216 000 Unfälle). Während die Zahl der Unfälle mit Personenschaden um 38,9 % auf etwa 24 300 zunahm, verringerte sich die Zahl der Unfälle mit ausschließlich Sachschaden um 16,9 % auf 191 600.