Für Personenversicherungen sind Produktinformationsblätter (PIB) bereits seit 2008 vorgeschrieben. Seit dem 1. Juli 2011 sind auch Banken verpflichtet, dem Kunden ein Produktinformationsblatt für Anlageprodukte zu übergeben. Ab 2013 werden diese nun auch bei den staatlich geförderten Riester- und Basisrenten eingeführt.

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Mit Hilfe eines Standard-Produktinformationsblatt sollen Verbraucher die Produkte anhand weniger Kennzahlen erfassen und vergleichen können. Auf möglichst nur einer A4-Seite müssen die wichtigsten Punkte für den Kunden erklärt werden: Was ist versichert? Welche Kosten sind zu tragen? Wann wird nicht gehaftet? Diese Seitenvorgabe lässt sich selten umsetzen. Bisher werden häufig zwei bis drei Seiten benötigt.

BdV kritisiert Kostenquote

Zudem klaffen zwischen den Informationen, die der Verbraucher erhofft und benötigt, und den Informationen, die er bekommt, noch Welten. Axel Kleinlein, Vorstandsvorsitzender des Bund der Versicherten (BdV), wünscht sich an dieser Stelle mehr Transparenz. Die vorgeschlagenen Vergleichskennzahlen führten Verbraucher eher in die Irre. Vor allem die Kostenquote prangerte Kleinlein an: „Versicherer können diese Kostenquote durch Tricksen mit den Vertragslaufzeiten so manipulieren, dass teure Angebote auf einmal besonders günstig erscheinen“. Zwar wird diese in Euro und Cent ausgewiesen, jedoch können Versicherungsnehmer damit kaum etwas anfangen.

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Vergleichbar sind Produktinformationsblätter nur bedingt. Grundlegend können nur Produkte mit einheitlichen Vorraussetzungen verglichen werden. Dementsprechend müssen unter anderem Vertragslaufzeit, Renteneintrittsalter und Vor-Kosten-Rendite gleich sein. Ansonsten ist der Trickserei von gewieften Vermittlern Tür und Tor geöffnet.

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