Die Allianz treibt ihre Expansion in Asien weiter voran. Der Münchener Versicherer übernimmt die singapurische Lebensversicherungstochter der HSBC für rund zwei Milliarden Euro. Parallel vereinbarten beide Unternehmen eine auf 15 Jahre angelegte Vertriebspartnerschaft mit der HSBC Bank Singapur.

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Mit der Übernahme erhält die Allianz Zugang zu einem etablierten Lebens- und Krankenversicherer mit einer starken Marktposition. HSBC Life Singapur vertreibt ihre Produkte über mehrere Kanäle. Darunter befinden sich Ausschließlichkeitsorganisationen, unabhängige Finanzberater, Makler und Bancassurance-Partnerschaften. Im Geschäftsjahr 2025 erzielte das Unternehmen einen operativen Gewinn von rund 80 Millionen Euro. Das Eigenkapital belief sich auf etwa 1,2 Milliarden Euro.

Im Werben um den asiatischen Versicherer setzte sich die Allianzgegen die japanischen Wettbewerber Dai-ichi Life und Sumitomo durch. Der Versicherer rechnet mit einem mittelfristigen zweistelligen Return on Investment. Der Abschluss der Transaktion wird für das erste Halbjahr 2027 erwartet.

Für Allianz-Chef Oliver Bäte ist die Übernahme ein weiterer Baustein der internationalen Wachstumsstrategie. „Singapur ist das Zentrum unserer Aktivitäten im asiatisch-pazifischen Raum und ein zentraler Baustein in unserer globalen Wachstumsstrategie“, sagt der Vorstandsvorsitzende. Mit dem Ausbau der Präsenz bekräftige die Allianz ihr Versprechen, weltweit mehr Menschen bei Absicherung, Gesundheit, Altersvorsorge und Vermögensaufbau zu unterstützen.

Bereits zuvor hatte Bäte betont, dass Asien für den Konzern strategisch im Mittelpunkt steht. „Wir wollen grundsätzlich in Asien im Asset-Management, in der Lebensversicherung und in der Krankenversicherung wachsen“, sagte der Manager im Gespräch mit dem "Handelsblatt" Besonders Indien und Südostasien seien wichtige Wachstumsmärkte. Singapur sei zudem attraktiv, „weil dort der Rechtsstaat funktioniert“ und außergewöhnlich viel internationales Kapital zufließe.

Neben dem Kauf der Versicherungsgesellschaft ist die exklusive Vertriebspartnerschaft mit der HSBC Bank Singapore ein wesentlicher Bestandteil der Transaktion. Sie baut auf einer mehr als zehnjährigen Zusammenarbeit zwischen Allianz und HSBC im asiatisch-pazifischen Raum auf. Künftig erhalten HSBC-Kunden in Singapur Zugang zum globalen Produktangebot der Allianz – von Absicherungs- und Gesundheitslösungen bis hin zu Altersvorsorge- und Vermögensaufbauprodukten. Gleichzeitig erweitert die Allianz ihre Kundenreichweite erheblich. Die Vermögensverwaltungskompetenzen von PIMCO und Allianz Global Investors sollen das Angebot ergänzen.

Die Allianz erwartet aus der Gesamttransaktion mittelfristig einen zweistelligen Return on Investment. Nach Unternehmensangaben soll die Übernahme dazu beitragen, das Wachstum in Asien zu beschleunigen und mehr Kundinnen und Kunden in der Region zu erreichen.

Aus Sicht des Versichererss würden gleich mehrere Faktoren für den Standort Singapur sprechen. Der Stadtstaat verfüge über stabiles Wirtschaftswachstum, eine robuste Regulierung, ein hohes Sparvermögen und eine alternde Bevölkerung. Diese Kombination sorge für eine nachhaltig steigende Nachfrage nach Lebens-, Gesundheits- und Altersvorsorgelösungen sowie nach Vermögensverwaltung.

Zweiter Anlauf in Singapur

Mit der Übernahme gelingt der Allianz im zweiten Versuch der Ausbau ihres Geschäfts in Singapur. Ende 2024 war der geplante Einstieg bei Income Insurance nach politischen Vorbehalten der Regierung gescheitert. Damals befürchteten die Behörden, der Versicherer könnte unter einer Allianz-Eigentümerschaft seinen sozialen Auftrag aufgeben und erschwingliche Versicherungen für einkommensschwächere Bevölkerungsschichten einschränken. Der Konzern zog sich schließlich von der Transaktion zurück.

Mit HSBC Life Singapore erhält die Allianz nun dennoch einen bedeutenden Zugang zum singapurischen Versicherungsmarkt und dieser ist verbunden mit einem langfristigen Vertriebskanal über eine der größten Banken des Landes.