Deutsche halten Rentensystem nicht für generationengerecht
Viele Deutschen wünsche sich eine stärkere Förderung der privaten Altersvorsorge. Doch nur jeder Zehnte erwartet, von den aktuellen Reformen selbst zu profitieren. Zugleich halten zwei Drittel das Rentensystem nicht mehr für generationengerecht.

Die Bundesbürger wünschen sich mehr staatliche Unterstützung bei der privaten Altersvorsorge. Doch zwischen der grundsätzlichen Zustimmung zu einer stärkeren Förderung und den Erwartungen an die aktuellen Reformpläne klafft eine erhebliche Lücke. Das zeigt eine repräsentative Civey-Umfrage im Auftrag von Liechtenstein Life.
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Demnach sprechen sich 71,5 Prozent der Befragten für eine stärkere staatliche Förderung der privaten Altersvorsorge aus. Lediglich 15 Prozent lehnen dies ab. Besonders hoch ist die Zustimmung bei den 30- bis 39-Jährigen mit 76,8 Prozent. Selbst in der Altersgruppe mit der geringsten Zustimmung, den 40- bis 49-Jährigen, befürworten noch knapp 68 Prozent eine stärkere Förderung.
Lediglich 10,8 Prozent der Befragten gehen davon aus, persönlich von der geplanten Reform der privaten Altersvorsorge zu profitieren. 67,2 Prozent erwarten dagegen keinen persönlichen Nutzen, weitere 22 Prozent sind unentschlossen. Besonders skeptisch sind ältere Menschen. Unter den Befragten über 50 Jahren rechnen rund 78 Prozent nicht damit, selbst von der Reform zu profitieren. Doch auch bei den 18- bis 29-Jährigen erwarten rund 61 Prozent keine persönlichen Vorteile. Etwas positiver fällt das Bild bei den 30- bis 39-Jährigen aus. Hier rechnet immerhin knapp jeder Vierte – 23,4 Prozent – mit Verbesserungen. Allerdings sieht auch in dieser Altersgruppe mit 48,9 Prozent fast die Hälfte keinen persönlichen Vorteil.
Zwei Drittel halten Rentensystem nicht mehr für generationengerecht
Die Skepsis beschränkt sich nicht auf die private Altersvorsorge. Auch das Vertrauen in die Generationengerechtigkeit des bestehenden Rentensystems ist gering. 65,7 Prozent der Befragten halten das System für nicht mehr gerecht zwischen Jung und Alt. Lediglich 21 Prozent bewerten es noch als generationengerecht. Besonders kritisch urteilen die 40- bis 49-Jährigen: Fast 80 Prozent sehen keine Generationengerechtigkeit mehr. Aber auch bei jüngeren Menschen sind die Zweifel ausgeprägt. Von den 18- bis 29-Jährigen teilen 74,1 Prozent diese kritische Einschätzung, bei den 30- bis 39-Jährigen sind es 74,6 Prozent.
Eine grundsätzliche Ablehnung kapitalmarktorientierter Altersvorsorge lässt sich aus den Ergebnissen hingegen nicht ableiten. Im Gegenteil: 57,7 Prozent der Befragten halten kapitalmarktorientierte Vorsorgeformen wie fondsgebundene Lebensversicherungen für eine sinnvolle Ergänzung zur gesetzlichen Rente. Rund ein Viertel sieht dies anders, etwa 18 Prozent sind unentschieden. Besonders aufgeschlossen zeigen sich erneut die 30- bis 39-Jährigen. In dieser Altersgruppe bewerten 71,7 Prozent kapitalmarktorientierte Vorsorgelösungen positiv. Damit liegt die Zustimmung rund 14 Prozentpunkte über dem Durchschnitt.
„Für Vermittler ergeben sich durch die Reform vielfältige Chancen, ihre Beratungskompetenz einzubringen und ihren Kunden die Vorteile der privaten Vorsorge für die persönliche Absicherung aufzuzeigen“, sagt Aron Veress, CEO von Liechtenstein Life. „Besonders jüngere Generationen stehen kapitalmarktorientierten Vorsorgelösungen offen gegenüber. Fondsgebundene Lebensversicherungen bieten hier eine Möglichkeit, Absicherung, Altersvorsorge und langfristiges Investieren miteinander zu verbinden.“
