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Die Schweizer Finanzmarktaufsicht FINMA hat ein Enforcement-Verfahren gegen Zurich Insurance eingeleitet und dem Versicherer zugleich den Verkauf bestimmter Produkte im Bereich der betrieblichen Lebens- und Rentenversicherung untersagt. Auslöser sind Policen, die in der Schweiz zu niedrigeren Preisen verkauft wurden als mit der Aufsicht vereinbart. Darüber berichtet das Schweizer Portal "Sonntagsblick"

Darüber hinaus habe die Aufsicht das interne Kontrollsystem von Zurich sowie den Umgang des Konzerns mit der 2003 gegründeten Sammelstiftung Vita, die für die betriebliche Altersvorsorge von rund 27.000 Unternehmen und 150.000 Versicherten zuständig ist, ins Visier genommen. So bestünden Hinweise darauf, dass Mängel im Kontrollsystem eine Quersubventionierung sowie überhöhte Gebühren zugunsten des Versicherers begünstigt haben könnten. Zur Prüfung der Vorwürfe soll die Aufsicht die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft Deloitte beauftragt haben.

Als Konsequenz aus den Vorkomnissen hat die Finanzmarktaufsicht für bestimmte Produkte der betrieblichen Lebens- und Rentenversicherung ein Verkaufsverbot verhängt. Der betroffene Geschäftsbereich darf vorerst nur noch Bestandskunden betreuen und keine neuen Verträge abschließen. Wie lange diese Einschränkung bestehen bleibt, ist derzeit offen.

Zurich-Chef Mario Greco erklärte derweil gegenüber dem Nachrichtenportal "Bloomberg", dass das Verbot keine wesentlichen Auswirkungen auf das Konzernergebnis haben werde. Die betroffene Geschäftseinheit erwirtschafte jährlich einen Gewinn von rund 20 Millionen Schweizer Franken.

Die laufenden Untersuchungen haben bereits Folgen für das Unternehmen. Nach Angaben von Konzernchef Mario Greco werden mehr als ein Dutzend Beschäftigte das Unternehmen verlassen. Hintergrund seien die festgestellten Unregelmäßigkeiten im Schweizer Geschäft. Greco räumte zudem ein, dass vorgesehene Maßnahmen zur Behebung der Probleme nicht umgesetzt worden seien. Besonders kritisch bewertete er, dass Zurich die Verstöße trotz interner Kontrollen und Prüfprozesse nicht selbst entdeckt habe.