Im MAP-Report werden innerhalb der Gruppe die Allianz Lebensversicherung sowie die Deutsche Lebensversicherungs-AG ausgewiesen. Betrachtet man die Gesellschaften nach Einzelunternehmen beziehungsweise Rechtsformen getrennt, belegt die Allianz Leben mit großem Abstand Rang 1 der größten Lebensversicherer Deutschlands. Die Deutsche Lebensversicherungs-AG erreicht Rang 50. Werden beide Gesellschaften auf Gruppenebene zusammengeführt, bleibt die Allianz natürlich ebenfalls klar größter Lebensversicherungskonzern des deutschen Marktes.

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Auffällig ist zugleich die enorme Breite des Geschäftsmodells. Die Allianz verbindet klassisches Garantiegeschäft, betriebliche Altersversorgung, fondsgebundene Vorsorgeprodukte sowie biometrische Risiken in einer Größenordnung, die im deutschen Markt einzigartig ist.

Allianz Leben: größter deutscher Lebensversicherer mit starkem Kollektiv- und Garantiegeschäft

Die Allianz Leben erreicht 2025 verdiente Bruttobeiträge von 26,41 Mrd. Euro und steigert ihr Beitragsvolumen gegenüber dem Vorjahr deutlich um 10,5 Prozent. Die Basisquote steigt gleichzeitig von 182,5 Prozent im Jahr 2024 auf 331,1 Prozent im Jahr 2025 und verbessert sich damit spürbar. Dennoch bleibt die Gesellschaft weiterhin unterhalb des Marktdurchschnitts von 379,5 Prozent.

Die Größenordnung des Geschäftsmodells zeigt sich insbesondere in der Beitragsstruktur. Rund 17,43 Mrd. Euro entfallen auf Lebensversicherungen mit Überschussbeteiligung und damit auf klassische Garantieprodukte. Fonds- und indexgebundene Versicherungen erreichen weitere 4,29 Mrd. Euro. Hinzu kommen 4,47 Mrd. Euro sonstige Versicherungen sowie rund 229 Mio. Euro Rückversicherungsgeschäft.

Auch die Bestandsstruktur nach laufenden Beiträgen 2024 verweist auf die starke Bedeutung langfristiger Vorsorge- und Kollektivbestände. Rentenversicherungen einschließlich selbstständiger Berufsunfähigkeitsversicherungen erreichen 39 Prozent der laufenden Beiträge. Hinzu kommen außergewöhnlich hohe 36 Prozent Kollektivgeschäft. Fonds- und indexgebundene Versicherungen kommen dagegen auf vergleichsweise moderate 15 Prozent.

Die Entwicklung der Solvenzquote verdeutlicht zugleich die Belastungen großer Garantiebestände während der Niedrigzinsphase und der anschließenden Zinswende. Nach 323,7 Prozent im Jahr 2018 fiel die Basisquote bis 2020 auf 156,6 Prozent zurück. Seitdem stabilisierte sich die Solvenzlage schrittweise. Mit 331,1 Prozent erreicht die Allianz 2025 den höchsten Wert seit 2018.

Deutsche Lebensversicherungs-AG: biometrische Spezialplattform mit extrem hoher Solvenz

Die Deutsche Lebensversicherungs-AG erreicht 2025 verdiente Bruttobeiträge von 225,2 Mio. Euro. Das Beitragsvolumen geht gegenüber dem Vorjahr um 5,0 Prozent zurück. Gleichzeitig steigt die Basisquote deutlich von 492,1 Prozent im Jahr 2024 auf außergewöhnlich hohe 737,6 Prozent im Jahr 2025.

Das Geschäftsmodell unterscheidet sich fundamental von der Allianz Leben. Die Deutsche Lebensversicherungs-AG konzentriert sich nahezu vollständig auf biometrische Risiken. Die Bestandsstruktur nach laufenden Beiträgen 2024 zeigt 99 Prozent Risikoversicherungen und lediglich ein Prozent Kollektivgeschäft. Entsprechend gering fällt die Kapitalbindung im Vergleich zu klassischen Garantieportfolios aus. Die Solvenzquote bewegte sich seit Einführung von Solvency II dauerhaft auf außergewöhnlich hohem Niveau und lag durchgehend deutlich oberhalb von 475 Prozent.

Hintergrund und Methodik

Die Analyse stützt sich auf Kennzahlen aus dem MAP-Report Nr. 944 „Solvabilität im Vergleich“. Der Report analysiert die Entwicklung der Solvenzquoten in der Lebens- und privaten Krankenversicherung für die Jahre 2016 bis 2025 auf Basis der veröffentlichten SFCR-Berichte der Unternehmen. Der vollständige MAP-Report kann kostenpflichtig über die Internetseite von Franke und Bornberg bezogen werden.

Ergänzend wurden Daten aus dem Branchenmonitor Lebensversicherung 2025 der V.E.R.S. Leipzig GmbH herangezogen. Die dort ausgewiesenen Bestandsstrukturen nach laufenden Prämien beziehen sich auf das Jahr 2024 und dienen der Einordnung der jeweiligen Geschäftsmodelle. Berücksichtigt werden insbesondere die Anteile von Rentenversicherungen einschließlich selbstständiger Berufsunfähigkeitsversicherungen, Kapitalversicherungen, Risikoversicherungen, fonds- und indexgebundenen Produkten sowie Kollektivgeschäft.

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Bei der Interpretation der Daten ist eine methodische Besonderheit zu beachten: Die im MAP-Report ausgewiesenen Teilsparten sind nicht bei allen Gesellschaften vollständig additiv interpretierbar. In einzelnen Fällen liegt die Summe der ausgewiesenen Teilbereiche rechnerisch unter beziehungsweise über den gesamten verdienten Bruttobeiträgen. Versicherungsbote weist diese Abweichungen bei den jeweiligen Gesellschaften transparent aus. Der Text analysiert die Marktführer der Lebensversicherung auf Rang sieben bis eins nach verdienten Bruttoprämien. Ein zweiter Text für die dahinter liegenden Marktführer von Rang acht bis Rang 14 ist bei Versicherungsbote ebenfalls verfügbar.

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