Generali-Konzern: strikt getrennte Vertriebsmodelle prägen die Solvenzstruktur
Der Generali-Konzern erreicht 2025 verdiente Bruttobeiträge von 8,19 Mrd. Euro und kommt damit auf einen Marktanteil von 8,63 Prozent. Im MAP-Report werden innerhalb der Gruppe die Generali Deutschland Lebensversicherung, die Dialog Lebensversicherung sowie die Cosmos Lebensversicherung ausgewiesen. Betrachtet man die Gesellschaften nach Einzelunternehmen beziehungsweise Rechtsformen getrennt, belegt die Generali Rang 3 der größten Lebensversicherer nach verdienten Bruttobeiträgen, die Cosmos Rang 20 und die Dialog Rang 43. Werden die Gesellschaften auf Gruppenebene zusammengeführt, entspricht dies Rang 2 im Marktvergleich.

- Lebensversicherung: Die Marktführer im Solvenzcheck (Teil 2)
- Alte Leipziger-Hallesche Konzern: hohe Solvenz bei starkem Kollektiv- und Vorsorgegeschäft
- AXA-Konzern: unterschiedliche Solvenzprofile zwischen Fondsorientierung und Run-off-Beständen
- ERGO Group: Trennung zwischen Run-off und Neugeschäft prägt die Solvenzstruktur
- Debeka-Gruppe: klassisches Garantiegeschäft trifft auf außergewöhnliche Solvenzerholung
- R+V-Konzern: außergewöhnlich hoher Kollektivanteil prägt das Geschäftsmodell
- Generali-Konzern: strikt getrennte Vertriebsmodelle prägen die Solvenzstruktur
- Allianz-Konzern: dominierende Marktstellung mit außergewöhnlicher Größenordnung
Auffällig ist dabei die klare funktionale Trennung innerhalb des Konzerns. Die Generali Deutschland bündelt vor allem das klassische Ausschließlichkeits- und Bankenvertriebsgeschäft mit starker Fondsorientierung. Die Dialog fungiert als spezialisierter Maklerversicherer mit Schwerpunkt biometrische Risiken und Arbeitskraftabsicherung. Die Cosmos Direkt wiederum konzentriert sich traditionell auf das Direktgeschäft und stark standardisierte Vorsorge- und Risikoprodukte.
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Generali Deutschland: extrem hohe Fondsorientierung bei deutlich verbesserter Solvenz
Die Generali Deutschland erreicht 2025 verdiente Bruttobeiträge von 6,54 Mrd. Euro und steigert ihr Beitragsvolumen gegenüber dem Vorjahr um 3,0 Prozent. Die Basisquote steigt gleichzeitig deutlich von 305,6 Prozent im Jahr 2024 auf 446,1 Prozent im Jahr 2025 und liegt damit klar oberhalb des Marktdurchschnitts von 379,5 Prozent.
Auffällig ist insbesondere die außergewöhnlich hohe Fondsorientierung des Geschäftsmodells. Die Bestandsstruktur nach laufenden Beiträgen 2024 zeigt hohe 78 Prozent fonds- und indexgebundene Versicherungen. Klassische Rentenversicherungen einschließlich selbstständiger Berufsunfähigkeitsversicherungen erreichen dagegen lediglich zwölf Prozent der laufenden Beiträge. Kapitalversicherungen kommen auf fünf Prozent.
Auch die Beitragsstruktur nach verdienten Bruttobeiträgen 2025 unterstreicht diese starke Kapitalmarktorientierung. Rund 4,07 Mrd. Euro und damit deutlich mehr als die Hälfte des gesamten Beitragsvolumens entfallen auf fonds- und indexgebundene Versicherungen. Lebensversicherungen mit Überschussbeteiligung erreichen dagegen rund 1,09 Mrd. Euro. Hinzu kommen rund 1,37 Mrd. Euro Krankenversicherungsgeschäft.
Die Entwicklung der Solvenzquote zeigt zugleich die hohe Sensitivität kapitalmarktorientierter Geschäftsmodelle gegenüber Marktverwerfungen. Nach sehr hohen Quoten oberhalb von 500 Prozent im Jahr 2017 fiel die Basisquote bis 2022 auf 253,1 Prozent zurück. Mit der Stabilisierung des Kapitalmarktumfelds steigt die Quote bis 2025 jedoch wieder deutlich auf 446,1 Prozent.
Dialog: biometrischer Maklerversicherer mit außergewöhnlich hoher Solvenz
Die Dialog Lebensversicherung erreicht 2025 verdiente Bruttobeiträge von 355,5 Mio. Euro und bewegt sich damit nahezu auf Vorjahresniveau. Die Basisquote steigt gleichzeitig deutlich von 480,3 Prozent im Jahr 2024 auf 574,5 Prozent im Jahr 2025 und gehört damit zu den höchsten Werten unter den großen Lebensversicherern im Marktvergleich.
Das Geschäftsmodell unterscheidet sich deutlich von den übrigen Generali-Gesellschaften. Die Dialog ist traditionell stark auf den unabhängigen Maklervertrieb ausgerichtet und konzentriert sich insbesondere auf biometrische Risiken. Die Bestandsstruktur nach laufenden Beiträgen 2024 zeigt entsprechend hohe 71 Prozent Risikoversicherungen. Kollektivgeschäft erreicht weitere 19 Prozent. Fonds- und indexgebundene Versicherungen spielen mit lediglich einem Prozent der laufenden Beiträge praktisch keine Rolle.
Die langfristig sehr hohe Solvenzquote verweist zugleich auf die vergleichsweise geringe Kapitalbindung biometrischer Geschäftsmodelle. Zwischen 2016 und 2021 lag die Basisquote dauerhaft deutlich oberhalb von 600 Prozent und erreichte 2020 sogar 811,6 Prozent. Nach einem temporären Rückgang während der Zinswende steigt die Quote 2025 erneut deutlich an.
Cosmos Direkt: Direktversicherer mit hoher Risiko- und Garantieorientierung
Die Cosmos Direkt erreicht 2025 verdiente Bruttobeiträge von 1,30 Mrd. Euro. Das Beitragsvolumen geht gegenüber dem Vorjahr um 7,6 Prozent zurück. Die Basisquote steigt gleichzeitig von 106,2 Prozent im Jahr 2024 auf 173,9 Prozent im Jahr 2025, bleibt damit jedoch weiterhin deutlich unterhalb des Marktdurchschnitts.
Auffällig ist die besondere Mischung aus Risikoversicherungen und klassischen Garantieprodukten. Die Bestandsstruktur nach laufenden Beiträgen 2024 zeigt hohe 58 Prozent Risikoversicherungen. Rentenversicherungen erreichen weitere 26 Prozent, fonds- und indexgebundene Versicherungen dagegen lediglich elf Prozent.
Auch die Beitragsstruktur verweist auf diese vergleichsweise klassische Ausrichtung. Rund 1,01 Mrd. Euro entfallen auf Lebensversicherungen mit Überschussbeteiligung und stellen damit den dominierenden Beitragsblock dar. Fonds- und indexgebundene Versicherungen erreichen lediglich rund 160 Mio. Euro. Hinzu kommen rund 124 Mio. Euro Krankenversicherungsgeschäft.
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Die Solvenzquote entwickelte sich dabei in den vergangenen Jahren deutlich schwächer als bei den übrigen Generali-Gesellschaften. Nach 377,2 Prozent im Jahr 2016 fiel die Basisquote bis 2022 auf nur noch 91,1 Prozent und lag damit zeitweise unterhalb der regulatorischen Zielgröße von 100 Prozent. Erst seit 2024 zeigt sich wieder eine spürbare Stabilisierung der Solvenzlage.
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