R+V Leben: außergewöhnlich hoher Kollektivanteil prägt das Geschäftsmodell

Die R+V Leben erreicht 2025 verdiente Bruttobeiträge von 7,78 Mrd. Euro und steigert ihr Beitragsvolumen gegenüber dem Vorjahr deutlich um 13,1 Prozent. Die Basisquote liegt 2025 bei 288,1 Prozent und damit weiterhin unterhalb des Marktdurchschnitts von 379,5 Prozent.

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Auffällig ist insbesondere die starke Bedeutung des Kollektivgeschäfts innerhalb des Portfolios. Die Bestandsstruktur nach laufenden Beiträgen 2024 zeigt einen außergewöhnlich hohen Kollektivanteil von 39 Prozent und gehört damit zu den höchsten Werten unter den Lebensversicherern. Rentenversicherungen einschließlich selbstständiger Berufsunfähigkeitsversicherungen erreichen weitere 26 Prozent, fonds- und indexgebundene Versicherungen 21 Prozent.

Diese Struktur verweist auf die traditionell starke Verankerung der R+V im genossenschaftlichen Finanzverbund sowie im betrieblichen Vorsorgegeschäft. Gleichzeitig bleibt das Unternehmen weiterhin stark durch klassische Garantieprodukte geprägt. Rund 4,83 Mrd. Euro der verdienten Bruttobeiträge entfallen 2025 auf Lebensversicherungen mit Überschussbeteiligung. Fonds- und indexgebundene Versicherungen erreichen weitere 2,24 Mrd. Euro. Hinzu kommen rund 513 Mio. Euro Krankenversicherungsgeschäft.

Die Entwicklung der Solvenzquote zeigt zugleich die hohe Sensitivität klassischer Großbestände gegenüber Kapitalmarktveränderungen. Nach sehr hohen Quoten zwischen 410 und 493 Prozent in den Jahren 2016 bis 2019 fiel die Basisquote 2020 abrupt auf nur noch 155,3 Prozent zurück. Seitdem stabilisierte sich die Solvenzlage zwar wieder, bleibt jedoch vergleichsweise volatil. Nach 381,5 Prozent im Jahr 2023 ging die Quote bis 2025 erneut auf 288,1 Prozent zurück.

Condor: fondsorientierter Maklerversicherer vor Eigentümerwechsel

Die Condor Lebensversicherung erreicht 2025 verdiente Bruttobeiträge von 280,5 Mio. Euro. Das Beitragsvolumen geht gegenüber dem Vorjahr leicht um 1,9 Prozent zurück. Die Basisquote steigt gleichzeitig leicht von 253,5 Prozent im Jahr 2024 auf 259,2 Prozent im Jahr 2025.

Das Geschäftsmodell ist deutlich kapitalmarktorientierter geprägt als bei der R+V Leben. Die Bestandsstruktur nach laufenden Beiträgen 2024 zeigt hohe 54 Prozent fonds- und indexgebundene Versicherungen. Rentenversicherungen einschließlich selbstständiger Berufsunfähigkeitsversicherungen erreichen dagegen lediglich 17 Prozent. Hinzu kommen zwölf Prozent Kollektivgeschäft.

Auch die Beitragsstruktur verweist auf diese Ausrichtung. Fonds- und indexgebundene Versicherungen erreichen rund 134 Mio. Euro und stellen damit den größten Beitragsblock dar. Lebensversicherungen mit Überschussbeteiligung kommen lediglich auf rund 45 Mio. Euro. Auffällig hoch ist zudem die Kategorie „Sonstige Versicherungen“ mit rund 102 Mio. Euro.

Besondere Bedeutung erhält die Gesellschaft derzeit durch den geplanten Eigentümerwechsel. Die R+V trennt sich von ihrer Lebensversicherungstochter Condor Leben. Das Portfolio mit rund 219.000 Verträgen soll an den Frankfurter Investor Acathia Capital verkauft werden. Eine entsprechende Absichtserklärung wurde im März 2026 unterzeichnet. Der Kaufvertrag soll nach Angaben des Unternehmens im zweiten oder dritten Quartal 2026 folgen.

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R+V a.G.: kleine Spezialplattform mit hoher Fondsorientierung

Die R+V a.G. erreicht 2025 verdiente Bruttobeiträge von lediglich 59,2 Mio. Euro und spielt innerhalb des Konzerns nur noch eine untergeordnete Rolle. Das Beitragsvolumen geht gegenüber dem Vorjahr um 7,7 Prozent zurück. Auffällig ist die starke Konzentration auf fonds- und indexgebundene Versicherungen. Von den gesamten verdienten Bruttobeiträgen entfallen rund 56,7 Mio. Euro auf fonds- und indexgebundene Produkte. Lebensversicherungen mit Überschussbeteiligung erreichen dagegen lediglich rund 2,5 Mio. Euro. Trotz der geringen Größe weist die Gesellschaft eine sehr hohe Solvenzquote aus. Nach 427,7 Prozent im Jahr 2024 steigt die Basisquote 2025 weiter auf 482,5 Prozent.

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