In seinem aktuellen Unternehmens-Rating hat das Analysehaus Ascore Lebensversicherer unter die Lupe genommen. Vorab wurden auch die Kriterien der Auswertung überarbeitet. Das hat dazu geführt, dass einige Kennzahlen und Bereiche erweitert oder überarbeitet wurden. Während die Kennzahl "Überschussquote nach MindZV" nun bewertungrelevant ist, wurde die Kennzahl "Sicherungsbedarfsquote" wegen der gestiegenen Zinsen nicht mehr berücksichtigt. Dadurch gibt es neben den 16 bewertungsrelevanten Kennzahlen auch 24 nicht-bewertungsrelevante Kennzahlen sowie sechs Info-Kennzahlen (Ergebnisse anderer Ratinghäuser).

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Anhand der letzten fünf Jahre (2018-2022) wurden hierfür 16 Kennzahlen herangezogen. Diese wurden in die vier Bereiche Erfahrung, Sicherheit, Erfolg und Bestand unterteilt. Dabei wurde unter anderem bewertet, wie hoch die Abschlusskosten eines Versicherers sind, wie viel Rückstellungen für die Versicherten angespart wurden, um Beitragssteigerungen aufzufangen (RFB-Quote) und wie hoch die Nettoverzinsung der Verträge ausfällt. Mit dem Rating will das Unternehmen aus Hamburg Aussagen über die wichtigsten Aspekte der Versicherer treffen: Kosten, Solidität und Wachstum.

Leicht verbesserte Veränderung

Im Geschäftsjahr 2022 sei in mehreren Bereichen eine negative Veränderung zu beobachten, konstatiert Ascore. Doch trotz des starken Rückgangs einzelner Kennzahlen habe sich die durchschnittliche Bewertung der Lebensversicherer in dem aktuellen Jahrgang im Vergleich zum Vorjahr verbessert.

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„Einige Versicherer hatten schon für das Jahr 2023 ihre laufende Überschussbeteiligung erhöht. Nutzen die Gesellschaften das freiwerdende Kapital aus dem Abbau der Zinszusatzreserve, um die Verluste aus Realisierungen der stillen Lasten bilanziell auszugleichen, so erhöht sich künftig durch Neu- und Wiederanlagen die Ertragskraft ihrer Kapitalanlagen, wovon wiederum die Versicherten profitieren werden. Bei den Neugeschäftszahlen erwarten wir im Geschäftsjahr 2023 auf Grund andauernder Inflation jedoch keine Verbesserung.“, erläutert Maryna Bibik, Teamleiterin Unternehmensanalyse bei Ascore Analyse.

12 Lebensversicherer sind "herausragend"

Bei ihrer Benotung kommen die Analysten von Ascore zu einem durchweg positiven Ergebnis. Denn in der aktuellen Auswertung aus dem Hause Ascore schneiden immerhin 53 von 59 Unternehmen (89,8 Prozent) mindestens mit der "sehr guten" Benotung ab.

Den Platz an der Sonne müssen sich gleich zwölf Gesellschaften teilen. Folgende Unternehmen erreichten die Höchstbenotung von sechs Kompassen und das bedeutet ein „herausragend“:

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  • Allianz
  • Baloise
  • Continentale
  • die Bayerische
  • Ergo
  • Europa
  • Hannoversche
  • LV 1871
  • LVM
  • Öffentliche Lebensversicherung Branuschweig
  • Universa
  • Volkswohl Bund

Gleich 22 Versicherer sammeln sich auf dem zweiten Rang und wurden mit fünf Kompassen oder "ausgezeichnet" belohnt. Über diese Bewertung freuen sich die Alte Leipziger, Axa, Barmenia, Condor, Deutsche Ärzteversicherung, DEVK Deutsche Eisenbahn, Dialog, Generali Deutschland, HanseMerkur, Ideal, Inter, InterRisk, myLife, Nürnberger, Provinzial Leben, Sparkassen-Versicherung Sachsen, Stuttgarter, Swiss Life, Targo, WGV, Württembergische und WWK.

Im oberen Mittelfeld mit vier Kompassen finden sich in Summe 19 Versicherer wieder und werden damit als "sehr gut" eingestuft. Zu diesen Gesellschaften zählen Bayern-Versicherung, Cosmos, Debeka, DEVK Allgemeine, Direkte Leben, Dortmunder, Gothaer, HDI, Helvetia, Huk-Coburg, Mecklenburgische, Münchener Verein, Neue Leben, Öffentliche Lebensversicherung Sachsen-Anhalt, Provinzial Rheinland, R+V, SV SparkassenVersicherung, VPV und Zurich.

Fünf der untersuchten Unternehmen musste sich nach der Interpretation von Ascore mit einer "guten" Bewertung begnügen. Die betrifft Concordia oeco, Itzehoer, Öffentliche Lebensversicherungsanstalt Oldenburg, Provinzial NordWest sowie VRK. Mit zwei Kompassen ("befriedigend") und damit der niedrigsten vergebenen Note musste die Credit Life Vorlieb nehmen. Die kompletten Ergebnisse finden Sie auf der Homepage von Ascore.

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Kritik zu Testergebnissen von Versicherungen

In den vergangenen Jahren hatte es immer wieder Kritik um Ratings in der Versicherungsbranche gegeben. So hatte sich beispielsweise die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen kritisch zu den vielen positiven Ratings von Versicherungs-Policen geäußert. In einer Stichprobe hatten die Verbraucherschützer eine wahre Flut an besten Bewertungen ausgemacht. Dabei wurde den Ratinghäusern auch ein gewissen Eigeninteresse unterstellt. Schließlich würden viele Unternehmen mit Testsiegeln gutes Geld verdienen. Versicherer, die mit dem Original-Signet um Kunden werben wollen, müssen oft Lizenzgebühren zahlen.

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