In seinem aktuellen Unternehmens-Rating hat das Analysehaus Ascore Lebensversicherer unter die Lupe genommen. Vorab wurden auch die Kriterien der Auswertung überarbeitet. Das hat dazu geführt, dass einige Kennzahlen und Bereiche erweitert oder überarbeitet wurden. So werden zum Beispiel einige Bereich nun nicht mehr über die letzten drei, sondern über die letzten fünf Jahre betrachtet. Dadurch gibt es neben den 16 bewertungsrelevanten Kennzahlen auch 24 nicht-bewertungsrelevante Kennzahlen sowie sechs Info-Kennzahlen (Ergebnisse anderer Ratinghäuser).

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Anhand der letzten fünf Jahre (2016-2020) wurden hierfür 16 Kennzahlen herangezogen. Diese wurden in die vier Bereiche Erfahrung, Sicherheit, Erfolg und Bestand unterteilt. Dabei wurde unter anderem bewertet, wie hoch die Abschlusskosten eines Versicherers sind, wie viel Rückstellungen für die Versicherten angespart wurden, um Beitragssteigerungen aufzufangen (RFB-Quote) und wie hoch die Nettoverzinsung der Verträge ausfällt. Mit dem Rating will das Unternehmen aus Hamburg Aussagen über die wichtigsten Aspekte der Versicherer treffen: Kosten, Solidität und Wachstum.

Leicht negative Veränderung

Im Geschäftsjahr 2020 sei in mehreren Bereichen eine negative Veränderung zu beobachten, konstatiert Ascore. Dies zeige sich zum Beispiel bei den Solvency-Kennzahlen. Hier sei die Netto-Kennzahl (ohne Berücksichtigung der Volatilitätsanpassungen und Übergangsmaßnahmen) von durchschnittlich 249,4 Prozent auf 197,7 Prozent gesunken. Überdies hätten 12 Gesellschaften die gesetzlichen Vorschriften von 100 Prozent nicht erfüllen können. Überdies seien von fast 90 Prozent der bewerteten Unternehmen die Volatilitätsanpassungen angewendet worden. Die Übergangsmaßnahmen seien von insgesamt 52 Versicherern genutzt worden. Die durchschnittliche aufsichtliche SCR-Bedeckungsquote sei von 430,2 Prozent auf 392,0 Prozent gesunken.

Doch nicht nur in Sachen Solvabilität lief es nicht ganz rund. Auch bei den Kosten seien wichtige Kennzahlen gestiegen. Demnach kletterte die Abschlusskostenquote von 4,32 Prozent auf 4,35 Prozent und die Verwaltungskostenquote von 1,89 Prozent auf 1,92 Prozent. In den vergangenen Jahren waren die durchschnittlichen Kostenquoten, Abschlussaufwendungen sowie Verwaltungskostenquoten noch leicht verbessert worden. Bei den weiteren Erfolgskennzahlen sank beispielsweise die Nettoverzinsung nach GDV-Angaben um fast 0,2-Prozentpunkte auf mit 3,7 Prozent.

Seit der 2019er Auswertung gibt es deutlich weniger Abstufungen. Statt 13 Kategorien in Form von Sternchen sind es nun nur noch sechs Stufen - wobei vier Bewertungen - als Kompasse - mindestens gut oder besser sind. Dies gilt auch für die Auswertung aus dem Jahr 2021. Bei ihrer Benotung kommen die Analysten von Ascore zu einem durchweg positiven Ergebnis. Denn in der aktuellen Auswertung aus dem Hause Ascore schneiden immerhin 54 von 64 Unternehmen (84,4 Prozent) mindestens mit der "sehr guten" Benotung ab.

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Kritik zu Testergebnissen von Versicherungen

In den vergangenen Jahren hatte es immer wieder Kritik um Ratings in der Versicherungsbranche gegeben. So hatte sich beispielsweise die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen kritisch zu den vielen positiven Ratings von Versicherungs-Policen geäußert. In einer Stichprobe hatten die Verbraucherschützer eine wahre Flut an besten Bewertungen ausgemacht. Dabei wurde den Ratinghäusern auch ein gewissen Eigeninteresse unterstellt. Schließlich würden viele Unternehmen mit Testsiegeln gutes Geld verdienen. Versicherer, die mit dem Original-Signet um Kunden werben wollen, müssen oft Lizenzgebühren zahlen.

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