In seinem aktuellen Unternehmens-Rating hat das Analysehaus Ascore Lebensversicherer unter die Lupe genommen. Anhand der letzten drei Jahre (2017-2019) wurden hierfür 15 Kennzahlen herangezogen. Diese wurden in die vier Bereiche Erfahrung, Sicherheit, Erfolg und Bestand unterteilt. Dabei wurde unter anderem bewertet, wie hoch die Abschlusskosten eines Versicherers sind, wie viel Rückstellungen für die Versicherten angespart wurden, um Beitragssteigerungen aufzufangen (RFB-Quote) und wie hoch die Nettoverzinsung der Verträge ausfällt. Mit dem Rating will das Unternehmen aus Hamburg Aussagen über die wichtigsten Aspekte der Versicherer treffen: Kosten, Solidität und Wachstum.

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Das Geschäftsjahr 2019 sei stabil gewesen, konstatiert Ascore. Demnach habe die Branche die gebuchten Bruttobeiträge im Vergleich zum Vorjahr steigern können. Auch im Neuzugang sei eine positive Veränderung im Vergleich zum Vorjahr zu beobachten. Zudem seien unter anderem die durchschnittlichen Kostenquoten, Abschlussaufwendungen sowie Verwaltungskostenquoten verbessert worden.

Seit der 2019er Auswertung gibt es deutlich weniger Abstufungen. Statt 13 Kategorien in Form von Sternchen sind es nun nur noch sechs Stufen - wobei vier Bewertungen - als Kompasse - mindestens gut oder besser sind. Dies gilt auch für die Auswertung aus dem Jahr 2020. Bei ihrer Benotung kommen die Analysten von Ascore zu einem durchweg positiven Ergebnis. Denn in der aktuellen Auswertung aus dem Hause Ascore schneiden immerhin 56 von 65 Unternehmen (86,1 Prozent) mindestens mit der "sehr guten" Benotung ab.

Kritik zu Testergebnissen von Versicherungen

In den vergangenen Jahren hatte es immer wieder Kritik um Ratings in der Versicherungsbranche gegeben. So hatte sich beispielsweise die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen kritisch zu den vielen positiven Ratings von Versicherungs-Policen geäußert. In einer Stichprobe hatten die Verbraucherschützer eine wahre Flut an besten Bewertungen ausgemacht. Dabei wurde den Ratinghäusern auch ein gewissen Eigeninteresse unterstellt. Schließlich würden viele Unternehmen mit Testsiegeln gutes Geld verdienen. Versicherer, die mit dem Original-Signet um Kunden werben wollen, müssen oft Lizenzgebühren zahlen.