Wer sind die Dinos unter den deutschen Versicherern? Jährlich wertet die FAZ die Branchengrößen aus, um sie in ihrer Heftbeilage „Die 100 Größten“ zu präsentieren. Die am 4. Juli 2023 veröffentlichte Liste ist bereits die 65. ihrer Art. Und wieder zeigt sich: Die Allianz ist und bleibt unangefochten Marktführer in Deutschland.

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Allianz nimmt 152,7 Milliarden Euro Bruttobeitrag ein

Die Spitzenreiter-Rolle der Münchener verwundert insofern nicht, weil die Allianz Gruppe ihre Bruttobeitrags-Einnahmen gegenüber dem Vorjahr steigern konnte. 152,7 Milliarden Euro waren es unter dem Strich und damit rund 2,82 Prozent mehr als im Vorjahr. Hierbei ist zu bedenken, dass die FAZ auch das Bank- und Assetmanagement mit einrechnet und nicht nur das Versicherungsgeschäft im engeren Sinne. Unter anderem hält die Allianz mit der US-amerikanischen Tochter PIMCO einen der weltweit größten Vermögensverwalter.

Auch auf den Rängen zwei und drei gibt es gegenüber dem Vorjahr keine Veränderungen. Zwar konnte die Munich Re 2022 über 67,1 Milliarden Euro an Bruttobeitrag einsammeln und damit deutlich zulegen (Vorjahr: 59,57 Milliarden Euro). Das ist nicht allein Folge des Neugeschäfts: Viele internationale Rückversicherer haben aufgrund hoher Elementarschäden ihre Prämien im Bestand anheben müssen, ebenso waren andere Sparten mit teuren Schäden wie die Cyber- und Industrieversicherung betroffen. Unter dem Strich stand ein Plus von 12,7 Prozent.

Noch deutlicher konnte der Hannoveraner Talanx Konzern zulegen. 53,43 Milliarden Euro Beitragseinnahmen bedeuten ein Plus von 17,4 Prozent (Vorjahr: 45,5 Milliarden). Bekannt ist Talanx in Deutschland vor allem mit seinen Unternehmenstöchtern HDI und Hannover Rück.

Auch Firmentöchter stark

Hinter den Platzhirschen trudeln aber bereits Firmentöchter ein, die sich ebenfalls den Top 3 zurechnen lassen. Die Deutschland-Tochter der Allianz zeigt die Stärke des Platzhirsches auf dem Heimatmarkt, musste aber Verluste hinnehmen. Um 3,5 Prozent sanken die Beitragseinnahmen und erreichten 37,43 Milliarden Euro. Bereits 2021 hatten die Münchener 5,1 Prozent weniger Beitrag eingenommen.

Die fünfhöchsten Prämien-Einnahmen kann die Hannover Rück SE vorzeigen: die Rückversicherungs-Tochter der Talanx. 33,28 Milliarden Euro bedeuten ein Prämienplus von stolzen 19,9 Prozent. Dahinter platziert sich die Ergo, die ebenfalls im Beitrag wuchs und knapp 19,1 Milliarden Euro einnehmen konnte und zur Munich Re gehört.

R+V auf Rang vier - wenn man die Firmentöchter der Big Three rausrechnet

Weil die Firmentöchter von Allianz, Munich Re und Talanx nicht als eigenständige Versicherer gewertet werden, kann sich die R+V als viertgrößter Versicherer behaupten. Dabei muss der Versicherer aus dem hessischen Wiesbaden einen leichten Rückgang des Bruttobeitrages melden. Knapp 18,67 Milliarden Euro Beitrag bedeuten ein Minus von 2,7 Prozent.

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Die Debeka platziert sich auf Rang fünf der größten deutschen Versicherer mit Bruttobeitrags-Einnahmen von knapp 15,47 Milliarden Euro (+0,5 Prozent). Die Generali Deutschland auf dem sechsten Rang hält ihre Beiträge gegenüber dem Vorjahr stabil (knapp 14,88 Milliarden Euro, -0,1 Prozent). Auf Rang sieben kommt die Axa ins Ziel und verbessert ihre Beitragseinnahmen um 1,8 Prozent (11,56 Milliarden Euro).