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Die finanzielle Absicherung im Alter bleibt für viele Menschen in Deutschland eine Herausforderung. Das gilt für Frauen jedoch in besonderem Maße. Das geht aus dem Axa Vorsorge Report hervor.

So geht rund jede dritte Frau davon aus, ihren Lebensstandard im Alter nicht halten zu können. Noch deutlicher wird die Unsicherheit beim Blick auf die generelle Lebensqualität im Ruhestand: 42 Prozent der Frauen erwarten hier Verschlechterungen. Gleichzeitig spart mehr als jede dritte Frau aktuell überhaupt nicht für das Alter.

Auch die Angst vor Altersarmut ist unter Frauen stärker verbreitet. Während sich knapp ein Drittel der Frauen vor finanziellen Engpässen im Ruhestand fürchtet, liegt dieser Anteil bei Männern deutlich niedriger. Die Ursachen sind vielfältig, lassen sich aber häufig auf strukturelle Unterschiede zurückführen: geringere Einkommen, unterbrochene Erwerbsbiografien und weniger finanzielle Spielräume im Alltag.

Besonders angespannt ist die Situation in der Generation X, also bei den heutigen 46- bis 61-Jährigen. Hier zeigt sich die Vorsorgelücke besonders deutlich. Fast jede zweite Frau in dieser Altersgruppe rechnet mit einer sinkenden Lebensqualität im Ruhestand. Gleichzeitig äußert mehr als ein Drittel konkrete Sorgen vor Altersarmut.

Hinzu kommt ein praktisches Problem: Viele wollen vorsorgen, können es aber nicht. 61 Prozent der Frauen dieser Generation geben an, gerne mehr für den Ruhestand sparen zu wollen, jedoch finanziell dazu nicht in der Lage zu sein. Damit liegt dieser Wert deutlich über dem Durchschnitt.

Planungslücke: Frauen kalkulieren seltener

Neben den finanziellen Einschränkungen zeigt sich auch eine Lücke bei der konkreten Planung. Während ein größerer Teil der Männer bereits berechnet hat, wie viel Geld im Alter benötigt wird, trifft dies auf deutlich weniger Frauen zu. Gleichzeitig berichten Frauen häufiger, dass sie bereits heute stark sparen müssen und kaum noch Spielraum für zusätzliche Vorsorge haben.

„Während viele Männer ihre Altersvorsorge aktiv und eigenverantwortlich gestalten, stoßen Frauen deutlich häufiger an finanzielle Grenzen. Niedrigere Einkommen und geringere Spielräume im Alltag führen dazu, dass viele von ihnen schlicht nicht die Möglichkeit haben, mehr in ihre Altersvorsorge zu investieren. Mein Appell an alle Frauen lautet trotzdem: Investieren Sie so früh wie möglich das, was Sie können. Selbst wenn nur kleine Beträge zur Verfügung stehen, leisten Sie damit einen wertvollen Beitrag für die Absicherung im Alter“, so Leonie Kulik, Leiterin des Strategieprogramms Lebensversicherung bei Axa in Deutschland.

Auch bei den Strategien für den Ruhestand zeigen sich Unterschiede. Männer setzen häufiger auf zusätzliche Einkommensquellen wie Kapitalanlagen oder Immobilien. Frauen hingegen bevorzugen stärker ein gemeinschaftliches Modell, bei dem Staat, Unternehmen und Individuum gemeinsam Verantwortung tragen. Diese unterschiedliche Herangehensweise spiegelt sich auch in der Frage nach Eigenverantwortung wider: Männer sehen sich häufiger selbst in der Pflicht, aktiv vorzusorgen, während Frauen stärker auf kollektive Lösungen setzen.

Inzwischen rechnen viele Frauen damit, länger arbeiten zu müssen. Das betrifft immerhin rund vier von zehn Frauen (39 Prozent). Unter den Männern liegt dieser Wert bei 34 Prozent. Gleichzeitig kann sich jede vierte Frau (25 Prozent) vorstellen, freiwillig länger zu arbeiten. Bei den Männern liegt der Wert bei 29 Prozent.