Hintergrund: In den letzten Jahren nahm die Bedeutung fondsgebundener Produkte aufgrund der Null- und Niedrigzinsen immer mehr zu. Das Versprechen: Versicherungsnehmer sollen von steigenden Börsenkursen profitieren. Zwei Produktarten gibt es auf dem Markt:

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Die Fondspolice

Eine dieser Produktkategorien ist die Fondspolice bzw. die fondsgebundene Rentenversicherung. Diese kombiniert eine private Rentenversicherung mit einem Fondssparplan. Jedoch: Gegenüber den Fondssparplänen gerieten die Produkte in der Vergangenheit unter Rechtfertigungsdruck.

So schrieben die Verbraucherschützer von test.de: Die Produkte seien „häufig teuer und unrentabel“. Kritisiert wurden hohe Abschluss- und Verwaltungskosten bei geringer Flexibilität durch die konkrete Gestaltung der Verträge. Das bedeutet aber nicht, dass man völlig die Finger von den Fondspolicen lassen soll.

Ein oft geäußertes Argument für die Fondspolice: Die Absicherung des Langlebigkeitsrisikos bei Wahl einer dauerhaften Rentenzahlung nach der Ansparphase, ebenso der Todesfallschutz für Hinterbliebene – beides leistet ein Fondssparplan nicht. Auch könnten Fondspolicen aus steuerlichen Gründen interessant werden. Das gilt besonders dann, wenn nach Ende der Laufzeit keine Kapitalabfindung, sondern eine Rentenzahlung gewählt wird (Versicherungsbote berichtete).

Indexpolicen: Die Sache mit dem Hebel

Die zweite wichtige Produktkategorie sind Indexgebundene Rentenversicherungen oder sogenannte Indexpolicen. Die Produkte kommen mit einem verheißungsvollem Versprechen daher: Sicher sollen die Produkte sein wie „klassische“ Lebensversicherungen, zugleich aber können Anleger an der Entwicklung eines Börsenindex partizipieren (Versicherungsbote berichtete).

Wer aber meint, den Versicherern sei eine Art Quadratur des Kreises gelungen, der muss sich beim näheren Hinschauen bescheiden. Denn zum Ersten werden Beiträge und Guthaben bei Indexpolicen ebenfalls – wie bei Produkten der „Klassik“ — fast vollständig im konservativ gehandhabten Sicherungsvermögen angelegt. Die Gelder dürfen durch einen hohen Anteil festverzinslicher Wertpapiere dadurch zwar als „sicher“ gelten, die Rendite aber leidet wie bei klassischen Leben-Produkten. Investiert an der Börse hingegen werden nur die Überschüsse aus der Anlage im Sicherungsvermögen.

Und selbst die Überschüsse finden nur auf sehr vermittelte Weise ihren Weg an die Börsen. Denn zum Zweiten finden keineswegs direkte Investments in den Index statt. Stattdessen sind komplizierte Options- und Hebelgeschäfte nötig, um die Sicherheit der überschüssigen Gelder zu garantieren – weswegen der Versicherer gegen Gebühr Risiken auslagert und einen Partner auf die Entwicklung eines Index „wetten“ lässt.

Zum Dritten hat dieses Konstrukt aber auch seinen Preis für den Kunden. Wird doch der Gewinn aus diesen Anlagen in Optionsgeschäfte für den Kunden bei einer Obergrenze „gekappt“. Freilich: Keineswegs nimmt der Kunde diesen als „Cap“ bezeichneten Rendite-Deckel ohne Gegenleistung hin. Fällt nämlich die Jahresrendite jenes Index, in den investiert wurde, negativ aus, wird die Rendite des Sparers für dieses Jahr auf null gesetzt. Folglich "bleibt" das Vertragsguthaben auf dem alten Stand erhalten.

Versicherungsbote stellt die Marktführer (nach verdienten Bruttobeiträgen) vor

In der folgenden Bildstrecke werden die Marktführer bei fondsgebundenen Lebensversicherungen vorgestellt. Die Zahlen sind dem aktuellen MAP-Report mit der Nummer 929 entnommen: Solvabilität im Vergleich 2013 bis 2022. Die Ausgabe des Traditionsreports kann auf der Webseite von Franke und Bornberg kostenpflichtig heruntergeladen werden.