2017 sorgte ein Wurm für massive Schäden. Die Schadsoftware ‚notPetya‘ überschrieb unwiderbringlich Dateien von Rechnern. Im Unterschied zu ‚normaler‘ Ransomware war nicht die Erpressung von Lösegeld Absicht, sondern eben die unwiderbringliche Zerstörung. Die Schadsoftware sollte vor allem die Ukraine treffen; doch auch Unternehmen, die Zahlungen mit dem Land oder ukrainischen Firmen abwickelten, wurden von der Schadsoftware attackiert. So zum Beispiel Beiersdorf oder der US-amerikanische Pharma-Riese Merck & Co.

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Letzterer soll durch Betriebsunterbrechungen und Neubeschaffung von IT-Infrastruktur insgesamt einen Schaden von 1,4 Milliarden Dollar erlitten haben.

Der US-Konzern wandte sich an seine Versicherung: Datenverlust oder -zerstörung durch Cyber-Angriffe war eingeschlossen. Doch der Versicherer wandte ein, dass es sich bei der ‚notPetya‘-Attacke um einen kriegerischen Akt handelte. Und solche sind laut Versicherungsbedingungen nicht vom Versicherungsschutz erfasst.

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2019 strengte der Pharmariese daraufhin eine Deckungsklage gegen den Versicherer ACE American an, über deren Ergebnis mehrere Medien übereinstimmend berichten. So urteile ein Gericht in New Jersey, dass Merck zu Recht davon ausgehen konnte, dass die Ausschlüsse nur für traditionelle Formen der Kriegsführung gelten würden.

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