Das ‚Geschäftsfeld‘ von Cyber-Kriminellen ändert sich. Wurde früher einfach ‚nur‘ Lösegeld für die Entschlüsselung infizierter Daten verlangt, achten die Täter inzwischen verstärkt darauf, welche Daten sie stehlen. Die Cyber-Kriminellen würden damit drohen, die gestohlenen Daten zu veröffentlichen, wenn die Opfer nicht zahlen. Davor warnt der Acronis Cyberthreats Report 2020 und kommt zu dem Schluss: „2021 wird das Jahr der Erpressung“.

Auch die russische IT-Sicherheitsfirma Kaspersky meldete letzte Woche, dass ein Anstieg gefährlicher Cyberattacken auf deutsche Industrieunternehmen zu beobachten sei.

Dass die Warnungen nicht aus der Luft gegriffen sind, zeigen drei aktuelle Fälle, die sich in den letzten Wochen ereignet haben:

  • Fall 1: Funke-Medien-Gruppe
    Neben der ‚Berliner Morgenpost‘ und dem ‚Hamburger Abendblatt‘ zählen weitere Zeitungen und Zeitschriften zum Portfolio der Essener. Ende 2020 legten Erpresser das Verlagshaus beinahe lahm. Unternehmensweit kamen Daten mit einem Zeitwert von zwei Wochen abhanden, berichtete die FAZ und ordnete ein: „Ein GAU für ein Medienhaus“.
  • Fall 2: Madsack Mediengruppe
    Im Fall der Hannoveraner Madsack-Gruppe schaltet sich mittlerweile das Landeskriminalamt Niedersachsen ein. Denn auch die Verlagsgruppe aus Niedersachsen war Opfer eines Cyberangriffs geworden. Zwar sei die Zeitungsproduktion sichergestellt, doch bezüglich des Ausmaßes des Angriffs sei man noch in Klärung, hieß es von Madsack-Seite aus gegenüber der Deutschen Presseagentur.
  • Fall 3: Tegut
    Auch das IT-Netz des Lebensmittelhändlers Tegut aus Fulda wurde zeitweise lahmgelegt. Das betraf auch Warenwirtschaftsprogramme, die in der Logistik die Disposition steuern, hieß es von Tegut. Vereinzelt könne es zu Engpässen bei der Warenverfügbarkeit kommen, so der Lebensmittelhändler.