Als Inhaber* eines Vermittlerunternehmens oder einer Agentur können Sie am besten einschätzen, wann und wie oft Sie sich mit dem Komplex Sicherheit befassen. Gehören Sie auch zu den Menschen, die bei diesem Thema maximal an die abgeschlossene Bürotür und geschlossene Fenster denken? Dabei ist der Komplex Sicherheit viel größer und breiter. Auf einige Aspekte soll diese Kolumne eingehen.

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Wer hat in Sachen Sicherheit den Hut auf?

Das Thema Sicherheit gehört zu den Sorgfaltspflichten eines jeden ordentlichen Geschäftsmanns. Für die Geschäftsführer einer GmbH regelt § 43 der GmbH-Gesetzes (GmbHG) dies explizit. „(1) Die Geschäftsführer haben in den Angelegenheiten der Gesellschaft die Sorgfalt eines ordentlichen Geschäftsmannes anzuwenden. (2) Geschäftsführer, welche ihre Obliegenheiten verletzten, haften der Gesellschaft solidarisch für den entstandenen Schaden.“

Ähnlich ist dies auch bei Vorständen einer Aktiengesellschaft, die die Sorgfalt eines ordentlichen und gewissenhaften Geschäftsleiters walten lassen müssen. Kommen sie diesen Pflichten nicht nach, dann können sie für den finanziellen Schaden mit persönlich haftbar gemacht werden. So kann sich der durch einen Sicherheitsvorfall entstandene Schaden auch schnell auf die persönlichen Besitztümer der Verantwortlichen auswirken.

Der @AssekuranzDoc

Dr. Peter Schmidt ist Experte Personenversicherungen und Unternehmensberater im Bereich Versicherungen, Vertriebe und Makler mit langjähriger Erfahrung als Führungskraft und Vorstand bei deutschen Versicherern und twittert als @AssekuranzDoc.

Natürlich muss kein Firmeninhaber alle sicherheitsrelevanten Themen selbst prüfen. Der Schornsteinfeger ist das beste Beispiel für delegierte Sicherheitsprüfung, die in dem Fall sogar staatliche verordnete Pflicht für Hausbesitzer ist. Feuerstättenschau oder Kontrolle der Heizung am Firmengebäude durch den Schornsteinfeger ist durch den Inhaber in dem Fall a) zuzulassen und b) auch hinsichtlich möglicher Mängelbescheide zu kontrollieren.

Brandschutz im Maklerunternehmen - mehr als ein Feuerlöscher

Die Vermeidung von Bränden gehört in allen Unternehmen zu den wichtigsten Sicherheitsthemen. Jeder Betrieb ist sogar gesetzlich verpflichtet, die Brandschutzvorschriften umzusetzen, regelmäßig die Beschäftigten zu unterweisen und Brandschutzbegehungen durchzuführen. Das Thema Brandschutz ist Chefsache. Das bedeutet aber nicht, dass er diese Aufgabe nicht auch an einen Brandschutzbeauftragten delegieren kann.

Leider ist es auch bei Vermittlerunternehmen so, dass diese nicht selten deutliche Defizite beim betrieblichen Brandschutz aufweisen. Allein mit einem Feuerlöscher oder dem Aushang des Schildes „Verhalten im Brandfall“ ist es eben nicht getan. Brände werden immer wieder auch durch technische Defekte, Nachlässigkeiten im menschlichen Verhalten oder Möglichkeiten zur Brandstiftung ermöglicht.

Dementsprechend sind für Prüf- und Wartungstermine beispielsweise für Kopierer und Drucker im Vermittlerbetrieb, elektronische Leitungen oder die elektrischen Komponenten der Küchenzeile für Prüf- und Wartungstermine zu fixieren, zu prüfen und durch den Inhaber abzufragen, wenn es einen Brandschutzverantwortlichen gibt.

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Zu den häufigsten Brandursachen gehören Elektrogeräte, Mehrfachsteckdosen, private Elektrogeräte wie Wasserkocher, die Verwendung echter Kerzen in der Adventszeit und auch das Rauchen. Zunehmend berichten Experten auch von den Risiken von Ladestationen für E-Bikes der Mitarbeiter in der Firmenräumen.

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