Versicherungsbote: Herr Hennig, wie lange waren Sie Polizist?

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Peter Hennig: Meine Ausbildung begann ich 2007 in Chemnitz. Nach Ausbildungsende trat ich der Bereitschaftspolizei Dresden bei und dort blieb ich bis März 2013, als ich die Polizei verlassen habe.

Sie waren bereits Beamter auf Lebenszeit. Gab es einen konkreten Anlass, die Polizei zu verlassen?

Dafür hole ich ein bisschen weiter aus: Mein Vater, der mittlerweile in Pension ist, arbeitete bei der Polizei. Mein Bruder ist ebenfalls im Polizei-Dienst. Es lag also gewissermaßen in der Familie, dass ich Polizist geworden bin. Besonders hat mich der Gedanke, Menschen zu helfen und etwas Gutes zu tun, angetrieben. In der Berufspraxis sah es dann etwas anders aus.

Sie meinen die Zeit bei der Bereitschaftspolizei?

Ja, genau. Das bedeutete vor allem Einsätze im Rahmen von Demonstrationen und Fußball. Das ist nicht unbedingt familienfreundlich.

Und wie kam es dann zur Tätigkeit als Versicherungsmakler?

Als junger Mensch hatte ich von Versicherungen nicht viel Ahnung. Wie viele andere, habe ich mich einfach darauf verlassen, was meine Eltern für mich raussuchten. Zu Beginn meiner Polizisten-Laufbahn habe ich mich von einem AWD-Vermittler beraten lassen und gedacht: ‚Jetzt bist Du richtig gut aufgestellt‘.

Das war aber nicht so?

Nein. Ein erfahrener Kollege hat mir gezeigt, warum die Verträge, die ich noch gar nicht lang hatte, für mich ungeeignet waren. Das war eine Art Schlüsselerlebnis für mich. Viel von der allgemeinen Finanzbildung fehlte mir einfach. Aber wer weiß, wie Geld funktioniert, hat die Chance auf ein selbstbestimmtes Leben und kann Geld für sich arbeiten lassen - statt andersherum ein ganzes Leben lang nur für`s Geld zu arbeiten. Und dieses Wissen wollte ich auch mit anderen teilen und so Gutes tun.

In Berlin wurde Anfang 2021 ein Wettbewerbsverstoß der Polizeigewerkschaft juristisch geahndet. Auch, weil Mitarbeiter von Versicherungsvermittlern den Eindruck erweckten, sie würden zur Gewerkschaft gehören. Kennen Sie auch ähnliche Vorgehensweisen?

Das erinnert mich sehr an meine Anfangszeiten. Die Gewerkschaften weisen am ersten oder zweiten Tag darauf hin, dass man mit Eintritt in den Polizei-Dienst nicht mehr gesetzlich krankenversichert ist und sich nun um Kranken- und Pflegeversicherung selbst kümmern muss. Und dann war es wie in den Kochsendungen beim Fernsehen: ‚… wir haben da schon mal was vorbereitet‘. Zur Anwartschaft gibt es dann Haftpflicht- und Rechtsschutzversicherung dazu und als Neumitglied in der Gewerkschaft wurde noch Rabatt gewährt. Es wird umfangreiches Cross-Selling betrieben.

Könnten Sie das nicht auch machen? Sie haben doch bestimmt noch Kontakte zu den ehemaligen Kollegen?

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Den Gedanken hatte ich auch recht früh und hatte sogar schon einige Interessenten beisammen. An einer Polizei-Fachschule wollte ich einen Vortrag über Versicherungsbedarf- und -möglichkeiten halten. Es sollte um reine Wissensvermittlung gehen, ohne die Teilnehmer in eine bestimmte Richtung zu drängen oder dergleichen. Ich wollte nur Informationen verbreiten. Doch die Polizei-Schule hat das abgelehnt.

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