Grundsätzliches zu Musikerversicherungen

Musiker können als Angestellte abhängig beschäftigt sein. Sie können auch komplett freiberuflich ihre Musik ausüben, alternativ aber auch in einem Hauptberuf angestellt oder gar selbstständig sein und nebenher ihre Musik für eine Gage spielen. Dann gibt es noch reine Hobbymusiker, die fast nie eine Gage erhalten, sich aber dennoch versichern sollten, wenn sie mit Instrumenten und Anlagen unterwegs sind. Die benötigten Versicherungen stellen sich im Überblick so dar:

Anzeige

  • Angestellte Musiker (Instrumentallehrer und Musiker in klassischen, subventionierten Orchestern sowie in Polizei- und Militärkapellen) sind gesetzlich versichert. Das betrifft ihre Renten-, Kranken-, Pflege-, Arbeitslosen- und Unfallversicherung. Letztere bezieht sich aber nur auf ihren Hauptberuf, nicht auf nebenberuflich Tätigkeiten, welche diese Musiker als „MuGGe“ (musikalisches Gelegenheitsgeschäft) durchführen.
  • Freiberuflich tätige Musiker müssen die genannten Versicherungen privat abschließen. Sehr günstige Konditionen erhalten sie hierfür von der Künstlersozialkasse (KSK), doch sie können sich auch bei anderen Anbietern privat versichern.
  • Nebenberuflich tätige Musiker sind wie die angestellten Musiker im Hauptjob entweder als Angestellte gesetzlich oder als Selbstständige privat versichert. Sie sollten wiederum eine gesonderte Unfallversicherung für ihre Wege (zur Probe, zum Auftritt) abschließen.
  • Hobbymusiker, die nur aus Spaß Auftritte und Proben absolvieren, sollten ebenfalls eine Unfallversicherung abschließen.
  • Alle Musiker sollten eine Instrumenten- und Equipmentversicherung abschließen.

Die angestellten Musiker erhalten oft eine Zusatzversorgung zu ihrer gesetzlichen Rentenversicherung. Die Deutsche Orchestervereinigung (DOV, Gewerkschaft) hat dies jedenfalls für ihre Musiker in den staatlich geförderten Kulturorchestern organisiert, wofür die VDK (Versorgungsanstalt Deutsche Kulturorchester) zuständig ist. Allerdings sind die Musiker in den Rundfunkorchestern von dieser Regelung ausgenommen. Für diese gibt es aber eine auf sie zugeschnittene bAV (betriebliche Altersversorgung). Anzumerken wäre noch, dass die großzügigen Regelungen für die Musiker in deutschen klassischen Orchestern kaum auf andere Staaten (auch nicht im D.A.CH.-Gebiet) übertragbar sind, weil die subventionierte deutsche Orchesterlandschaft weltweit und historisch einzigartig ist. So viele subventionierte klassische Orchester pro Kopf der Bevölkerung gibt es wohl in keinem anderen Land der Welt. Genaue Zahlen sind hierzu leider nicht zu ermitteln. In Fachkreisen wird aber vermutet, dass es bestenfalls noch in Japan eine ähnlich hohe Orchesterdichte gibt. Alle anderen Staaten (auch in Europa) fallen weit hinter Deutschland zurück.

Haftpflichtversicherung für Musiker

Die Berufshaftpflicht für Musiker ist durchaus zu empfehlen, weil sie während ihrer Berufsausübung anderen Personen Schaden zufügen können. Die häufigsten Schäden entstehen an den Instrumenten anderer Musiker und manchmal auch auf Bühnen. Letztere deckt auch eine Veranstaltungshaftpflichtversicherung ab. Solche Schäden entstehen immer unbeabsichtigt und nur selten fahrlässig, doch sie sind leider nicht auszuschließen.