Es ist nun mittlerweile über ein Jahr vergangen, seit das COVID-19 Virus die Welt auf den Kopf gestellt hat. Seitdem sind Updates zu den Neuinfektionen, politische Debatten um Restriktionen und die Sehnsucht nach einem Ende des Corona-Wahnsinns unsere täglichen Begleiter.

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Die sogenannte Neue Normalität, von der Politiker und Wissenschaftler zuletzt häufiger sprechen, ist längst gelebte Realität. Die Rahmenbedingungen für das menschliche Miteinander haben sich verändert und das hat nicht nur massiven Einfluss auf die Politik. Vor allem die Wirtschaft leidet unter der Corona-Krise.

Unternehmen sind seit Monaten im Homeoffice, Einschränkungen behindern das Tagesgeschäft, die Produktionsketten sowie Import und Export verlangsamen sich. Die Nachrichten über Insolvenzen und bedrohte Existenzen brechen nicht ab, von den dunklen Zukunftsprognosen ganz zu schweigen. Hinzu kommt, dass sich das Kauf- und Konsumverhalten der Menschen entsprechend wandelt. Jede noch so kleine Investition wird durchdacht, schließlich weiß ja niemand, wie lange das noch so weitergeht.

Wenn man all das auf sich wirken lässt, könnte der Eindruck entstehen, dass selbstständige Finanzdienstleister furchtbar harte Zeiten durchmachen. Die Wirtschaft schwächelt, potentielle Kunden sind verunsichert und die allgemeine Stimmung ist angespannt.

Doch trotz all dieser Faktoren gibt es da draußen Finanzdienstleister, die gerade Umsatzrekorde verzeichnen. Sind das alles blinde Hühner, die zufällig Körner gefunden haben? Wohl kaum.

Was eine Krise mit dem Geist anstellt

Um zu verstehen, was diese Gewinner in der Corona-Krise richtig machen, muss zunächst geklärt werden, was bei allen anderen falsch läuft. In meiner Arbeit als Berater für selbstständige Finanzdienstleister fällt mir dabei bei vielen Kollegen vor allem ein Muster auf: das Straußenprinzip.

Sie kennen sicherlich die Redewendung, wonach die majestätischen Vögel bei einem Anzeichen von Gefahr ihre Köpfe in den Sand stecken. Auch wenn sich Sträuße in der Realität gar nicht so verhalten, das metaphorische Bild passt an dieser Stelle. Die Augen werden vor einem Unheil verschlossen. Man tut so, als wäre alles beim Alten.

Genau dieses Straußenprinzip wird derzeit von vielen Vertrieblern und Beratern verfolgt. Sie nehmen das Coronavirus als Bedrohung wahr. Gedanken wie “In einer Krise lassen sich keine Geschäfte abwickeln” oder “Ich muss die Neukundengewinnung auf die Zeit nach Covid verlegen” sind typisch.

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Dieses Mindset ist allerdings ein großes Problem. Denn wie schon eingangs erwähnt, sind die aktuellen Rahmenbedingungen keine kurzfristige Erscheinung. COVID-19 hat den Markt bereits grundlegend verändert und diese neuen Bedingungen werden uns auch noch eine ganze Weile begleiten. Wer jetzt also den Kopf in den Sand steckt, um auf bessere Zeiten zu hoffen, der wird vergeblich warten und sein Geschäft aufs Spiel setzen.