Zum Jahresende ist eine gute Zeit, um das zurückliegende Jahr zu reflektieren. Über den Marktplatz für Maklerbestände haben 2020 viele Makler einen Bestand zum Kauf oder zur Bewertung gefunden. Aber so mancher Makler hat auch noch nicht das gewünschte Kaufobjekt selbst oder mit Hilfe Dritter gefunden. Schauen wir uns dazu einige Zahlen an.

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Angebot von Beständen als Verkaufsobjekte nimmt zu

Die Anzahl der registrierten Makler war auch 2020 relativ stabil. Rund 46.000 Makler sind in den verschiedenen Kategorien registriert. Rund 30 Prozent der Makler sind zwischen 50 und 59 Jahren alt. Das sind zirka 14.000 Makler. In der Altersgruppe 60 bis 69 finden wir ungefähr 5.300 Makler sowie in der Gruppe bis 70 Jahre und älter dann zirka 500 Makler. Damit ist klar, dass mit jedem vergehenden Kalenderjahr die Anzahl der abgebenden Makler größer wird, wenn diese denn zur Nachfolge bereit sind.

Der @AssekuranzDoc

Dr. Peter Schmidt ist Experte Personenversicherungen und Unternehmensberater im Bereich Versicherungen, Vertriebe und Makler mit langjähriger Erfahrung als Führungskraft und Vorstand bei deutschen Versicherern und twittert als @AssekuranzDoc.

Nach unseren eigenen Auswertungen gehören die Verkäufer schwerpunktmäßig der Altersgruppe 65 bis 74 Jahre an. Für etwa die Hälfte ist dann Schluss mit der Maklertätigkeit, wenn die Altersgrenze von 67 erreicht ist. Damit ist auch nachvollziehbar, dass zirka 80 Prozent der Verkäufe oder Verrentungen aus Nachfolgegründen vollzogen werden. Die restlichen Verkäufe haben ihre Ursachen jeweils halb und halb in einer gewünschten Neuorientierung oder einem strategischen Ausstieg der betreffenden, meist jüngeren Verkäufer von Beständen und Maklerfirmen.

Interessant ist, dass auch im Bereich der klein- und mittelständischen Unternehmen rund dreißig Prozent der investitionswilligen Unternehmer mehr als drei Jahre nach dem passenden Kaufobjekt suchen. Fast 40 Prozent der Kaufinteressenten suchen bereits über zwei Jahre. Das bestätigen auch unsere Erfahrungen am Marktplatz für Maklerbestände. Es kommt eben immer darauf an, den jeweils individuell passenden Bestand zu finden.

Kriterien für den passenden Bestand zum Kauf

Über 70 Prozent der Makler, die nach Beständen zum Kauf suchen, ist die Region wichtig. Die Anzahl derer, die überregional oder bundesweit suchen, nimmt aber von Jahr zu Jahr zu. Gerade auch durch den Boom an Online-Beratungen und Online-Abschlüssen trauen sich mehr Makler ein Investment über die eigene Region hinaus zu. Dabei will man sich durchaus für einen Kauf auch Zeit lassen, bis das passende Objekt gefunden ist. 80 Prozent der Kaufinteressenten sehen sich nicht unter Zeitdruck zum Kauf. Es soll ganz einfach passen.

Bevorzugte Sparten sind wegen der Bestandscourtagen Sach privat und Sach Gewerbe. Deutlich angestiegen ist die Nachfrage nach Investmentbeständen, was sich auch in den gebotenen Kaufpreisen für diese widerspiegelt. Diese positive Nachricht für Verkäufer ist aber auch mit wachsenden Ansprüchen an die Qualität der Digitalisierung verbunden, die immer mal wieder zum Preisdrücker werden kann.

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Die Summen für mögliche Investments steigen. Bewegte sich der Durchschnitt der avisierten Kaufsummen über den „Marktplatz für Maklerbestände“ noch vor drei Jahren im Bereich 150.000 bis 300.000 Euro, so sind heute Kaufgebote bis ein oder zwei Millionen Euro keine Seltenheit mehr. Dabei spielen nicht nur Klientel und die Bonität der Suchenden eine Rolle. Auch die Möglichkeiten der Finanzierung von Kaufpreisen über Förderprogramme (35 Prozent), über das Eigenkapital von Investoren (25 Prozent) oder auch Mezzanine (10 Prozent) werden genutzt. Jeder vierte Kauf wird nach unseren Erfahrungen bereits mit Unterstützung von Investoren abgewickelt.