Die Fakten sind bekannt. Jeder zweite Versicherungsmakler ist Einzelkämpfer und arbeitet in einem Gewerbebetrieb mit maximal drei Mitarbeitern, die meist Teilzeitverträge haben oder auf 450-Euro-Basis die Inhaber unterstützen. Diese begrenzte Basis an personellen und technischen Ressourcen genügt im Alltag eines freien Versicherungsvermittlers mit zahlreichen rechtlichen Auflagen für seine Arbeit nicht mehr, um in allen Bereichen mit modernen Mitteln der Beratung und Verwaltung den Ansprüchen der Kunden gerecht zu werden. So kommt fast jeder Makler an den Punkt: Allein weiter oder eine Zusammenarbeit mit Kollegen?

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Der @AssekuranzDoc

Dr. Peter Schmidt ist Experte Personenversicherungen und Unternehmensberater im Bereich Versicherungen, Vertriebe und Makler mit langjähriger Erfahrung als Führungskraft und Vorstand bei deutschen Versicherern und twittert als @AssekuranzDoc.

Vorteile von Kooperationen zwischen Maklern

Grundsätzlich sehe ich aktuell drei Modelle, die der Makler nutzen kann, wenn er seine Ressourcen an Zeit, Technik und fachlichem Knowhow erweitern will: Die Zusammenarbeit mit einem Maklerpool, die Arbeit in Kooperationen sowie das Zusammengehen mit Kollegen in einer Kanzlei (oder wie man bei Rechtsanwälten sagt: in einer Sozietät). Schauen wir uns zunächst die Vorteile einer Kooperation an.
Die Zusammenarbeit in einer oder mehreren Kooperationen sichert meist ein hohes Maß an Unabhängigkeit, da nur in bestimmten Bereichen und zu klaren Regeln in fachlichen Teilbereichen zusammengearbeitet wird. Grundlage einer solchen Kooperation war früher eine Handschlagvereinbarung, nach der der eine Makler für Kunden des anderen Maklers bestimmte Beratungen, Vermittlungen oder Betreuungen übernimmt. Dies ist besonders unter dem Gesichtspunkt der Regelungen der DSGVO nicht mehr so einfach. Eine Vereinbarung muss her, damit auch die Fragen des Datenschutzes gesetzes- konform geregelt werden.

Doch nicht nur wegen des Datenschutzes ist eine Koope- rationsvereinbarung zu empfehlen, soll die Kooperation zum Vorteil für beide Seiten gestaltet werden. In einer Checkliste für Makler zum Thema Kooperation und Kooperationsvereinbarung haben wir 130 Hinweise und Tipps zum Inhalt einer solchen Vereinbarung zusammengestellt. Über den Inhalt sollten die Ziele und Bereiche der Kooperation ebenso geregelt werden wie Details zum Kundenschutz, der Vergütung bzw. Vergütungsverteilung oder auch Verfahrensweisen bei Risiken und Meinungsverschiedenheiten.

Sind die vertraglichen Grundlagen einer Kooperation gelegt, dann können die Vorteile und Chancen zum Tragen kommen. Ressourcen in der Beratung der Kunden werden gebündelt, Kosten- und Zeitaufwände vielfach besser verteilt, die Angebotspalette steigt und damit auch die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber dem Markt. Nicht zu vergessen auch die Effektivität der Marktrecherchen, der Produktauswahl und erfolgreichen Kundenberatung. Ziehen Einzelmakler beispielsweise bei Hausfinanzierung gegenüber den Profis von Banken nicht selten den Kürzeren, sieht dies in einer Kooperation zwischen zwei Maklern oft anders auch.