Corona hat auch gute Seiten. Zumindest aus Sicht der Kfz-Versicherer: Für das Gesamtjahr 2020 gehen Experten von einem Rückgang der Schaden-/Kostenquote von 98 auf 91 Prozent aus. Wichtigster Grund dafür: Während des 1. Lockdowns sank die Zahl Verkehrsunfälle um 18,3 Prozent. Viele Versicherer geben das teilweise in Form von Beitragsrückerstattungen an ihre Kunden weiter (Versicherungsbote berichtete).

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Michael Franke (Franke und Bornberg) erwartet aber eine weitere Zuspitzung im Kfz-Markt: „Steigende Erträge werden den ohnehin schon intensiven Wettstreit um Marktanteile zusätzlich befeuern“, lautet seine Prognose. Und wo der Wettbewerb vor allem über den Preis ausgetragen wird, leidet die Qualität. Deshalb, so Franke, wurde die Hürde für Höchstbewertungen neu justiert.
„Gute Kfz-Tarife leisten mehr als je zuvor. Mittlerweile bieten alle Top-Tarife eine Neupreisentschädigung für mindestens 24 Monate. Eigenschäden sind ebenfalls versichert. Wir stellen fest, dass unsere Ratinganforderungen von vielen Versicherern bei der Produktentwicklung berücksichtigt werden“, so Franke weiter.

Neuerungen im Kfz-Rating-Verfahren

Das könnte auch auf Elektro- und Hybridfahrzeuge zutreffen, die erstmals im Kriterienkatalog vertreten sind. „Dabei berücksichtigt das Kfz-Rating E-Mobilität, auch wenn dieser Aspekt nicht für alle Kundenkreise gleichsam wichtig ist. Wir sind überzeugt: Spezieller Versicherungsschutz für Elektro- und Hybridfahrzeuge wird sich durchsetzen und zu einem wichtigen Qualitätskriterium entwickeln“, so Christian Monke, Fachlicher Leiter Analyse bei Franke und Bornberg.

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Im ebenso neuen Bereich Kfz-Cyberrisiken hätten sich allerdings noch keine Marktstandards entwickelt. „Wir beobachten derzeit noch deutliche Qualitätsunterschiede. Außerdem ist nicht zuverlässig geklärt, in welchen Fällen spezieller Cyberschutz tatsächlich sinnvoll ist“, so Monke weiter. Cyberschutz blieb also für das Rating 2020 außen vor.