Beitragsanpassungen (BAP) in der Privaten Krankenversicherung sind in der Regel nicht vergnügungssteuerpflichtig. Für Versicherte und Versicherer sind mindestens die Kommunikation der erhöhten Beiträge eher unangenehm. Während die Kunden höhere Prämien entrichten müssen, fürchten die Unternehmen um Ruf, Neugeschäft und den Kundenbestand. Und: Für 2021 stehen teilweise größere Beitragsanpassungen ins Haus. Im Durchschnitt sollen die Beiträge um 8,1 Prozent angehoben werden. Das berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" und beruft sich auf eine Auswertung des Wissenschaftlichen Instituts der privaten Krankenversicherungen WIP.

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Einen der größten Beitragssprünge müssen sicherlich die Kunden aus dem Hause der Debeka hinnehmen. Nach vier Jahren ohne Anpassung soll der Beitrag im Durchschnitt um 17,6 Prozent steigen. Am stärksten fällt die Anpassung bei älteren Bisex-Tarifen aus. Debeka-Vorstand Roland Weber nennt die geplante Erhöhung „eine der stärksten Anpassungen bei der Debeka.“

Parallel zur Beitragsanpassung hatte der Versicherer Studienergebnisse des privatwirtschaftlichen IGES Instituts aus Berlin zum Thema „Beitragsentwicklung in der PKV“ veröffentlicht. Dazu hatten die Wirtschaftsforscher die Beitragsentwicklung der Debeka-Kunden über den Zeitraum der letzten 20 Jahre unter die Lupe genommen. Im Ergebnis habe die Studie bestätigt, dass die Beiträge in der Privaten Krankenversicherung (PKV) langfristig nicht stärker steigen als in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Wenn man einen deutlich kürzeren Zeitraum von zehn Jahre betrachten würde, käme man sogar zu einem konträren Bild. Denn für diesen Zeitraum seien die PKV-Beiträge im Durchschnitt weniger gestiegen, als die GKV-Beiträge: Während sich die Beitragseinnahmen je Versi­cherten im Zeitraum 2008 bis 2018 in der GKV um durchschnittlich 3,5 Prozent pro Jahr erhöhten, waren es in der PKV nur 2,3 Prozent.

Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt auch der Lobby-Verband der Privaten Krankenversicherer. Denn dieser hat die Beitragsanpassungen der PKV mit der Beitragsbelastung der Versicherten in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) gegenüberstellen lassen. Damit soll Eindruck entkräftet werden, dasss die PKV-Prämien steiler ansteigen würden als die Beiträge zur GKV. Dabei stützt sich der Verband auf Berechnungen des Wissenschaftlichen Instituts der privaten Krankenversicherer (WIP). Dabei seien die Beiträge von 2011 bis 2021 unter die Lupe genommen worden.